Stiftung sichert die wichtigsten Werke der WestLB-Sammlung für NRW

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Soll in Münster bleiben: Die Skulptur „Toleranz durch Dialog“ von Eduardo Chillida im Rathausinnenhof gehört zur Kunstsammlung der ehemaligen WestLB.

Von Robert Vornholt DÜSSELDORF - Die wichtigsten Kunstwerke aus der Sammlung der Portigon AG bleiben dem Land erhalten. Eine neu zu gründende Stiftung, die an die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen angebunden wird, soll die Schätze kaufen. Dazu stellt die landeseigene NRW-Bank einen Kredit bereit, der über eine Landesbürgschaft abgesichert wird. Welche Objekte erworben werden, steht noch nicht fest.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Beratungen des Runden Tisches, zu dem Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) erneut Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft geladen hatte, um mit ihnen über den weiteren Umgang mit Kunst in Unternehmensbesitz des Landes zu diskutieren. „Ob die Kunstwerke der Portigon AG als Gesamtpaket übernommen werden oder Teile davon, ist derzeit noch Gegenstand der fachlichen Beratungen“, sagte die Ministerin. Ein „kulturfachlicher Beirat“ als Beratungsgremium der geplanten Stiftung um Marion Ackermann, künstlerische Direktorin der NRW-Kunstsammlungs-Stiftung, soll klären, welche Werke gesichert und weiter öffentlich gezeigt werden könnten. Diese Liste muss mit der Portigon verhandelt werden, die aus gesellschaftsrechtlichen Gründen marktgerechte Einnahmen erzielen muss.

Der Versicherungswert der Kunstwerke beträgt etwa 28 Millionen Euro – in dieser Größenordnung dürfte auch der Betrag liegen, den das Land indirekt über die NRW-Bank bereit stellt. Die Portigon AG, die aus der einstigen WestLB hervor gegangen ist und sich im Auflösungsprozess befindet, besitzt eine Sammlung von etwa 380 Objekten, von denen viele als Dauerleihgaben öffentlich präsentiert werden. Dazu zählen etwa die Skulptur von Eduardo Chillida „Toleranz durch Dilalog“ im Innenhof des münsterschen Ratshauses und die Bildtafeln von Giovanni di Paolo, die im Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen (LWL) in Münster zu sehen sind. Sie zählen zu den „Werken mit besonderem Bezug zu NRW“, sieht Ackermann die Dauerleihgaben in Münster auf der Prioritätenliste ganz vorn. Gleichzeitig habe der Beirat langfristig die Aufgabe, ein Kataster über die Kunst im Land zu erstellen.

Der Erhalt der Kunstwerke für NRW habe im Vordergrund der Diskussionen gestanden, zugleich habe der Landeshaushalt geschont und eine Öffnung der Stiftung für private Geldgeber gewährleistet werden müssen, sprach NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) von einer „gelungenen Quadratur des Kreises“. Nicht alle Portigon-Objekte seien „schützenswert“, sagte er und verwies darauf, dass die Kosten für den zinsgünstigen Kredit durch privates Geld (etwa von Unternehmen) abgesenkt werden könnten. Durch die Bürgschaft werde ein späterer Zugriff auf die Werke verhindert.

Und was geschieht mit der Stradivari, die der Stargeiger Frank Peter Zimmermann unlängst zurückgegeben hat? „Wir versuchen zu vermitteln“, verweist Schäfer auf Verhandlungen zwischen dem Musiker und der Bank. „Sie müssen ja bespielt werden“, unterstrich die Ministerin ein gemeinsames Interesse – und deutete damit eine Lösung an.

Quelle: wa.de

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