Ron Howards Film um den Abenteurer Han Solo sorgt für Rummel beim Festival in Cannes

Starglanz mit Star Wars

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Alden Ehrenreich als Han Solo und Joonas Suotamo als Chewbacca im Film „Solo: A Star Wars Story“.

Cannes - Erneut feiert ein „Star-Wars“-Film Premiere beim Filmfestival in Cannes, um für 24 Stunden mit verkleideten „imperialen Sturmtruppen“ und Chewbaccas alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und um mit Stars wie Regisseur Ron Howard und den Schauspielern Woody Harrelson, Emilia Clarke, Donald Glover und Paul Bettany das diesmal an bekannten Namen etwas arme Festival mit einer glamourösen Roten-Teppich-Aktion anzureichern.

Der Deal beruht auf Gegenseitigkeit: „Solo: A Star Wars Story“ verspricht sich von der Cannes-Premiere den dringend benötigten Anschub für den weltweiten Kinostart in der nächsten Woche. Zählt der neueste Beitrag zum „Star Wars“-Universum doch zu den weniger heiß erwarteten Blockbustern der Sommersaison. Han Solo war als charmanter Draufgänger stets genug. Welchen Beruf sein Vater hatte, wo er aufgewachsen ist – die Fragen beschäftigten die Fans bislang kaum. Trotzdem werden sie beantwortet im neuen Film. Nach den etwas lauwarmen Reaktionen zu urteilen, lautet das erste Fazit: gut genug, aber kein Hauptgewinn.

Alden Ehrenreich schlägt sich wacker. Sein Han Solo ist unschuldiger und gutmütiger als Harrison Fords Variante, aber eben auch etwas langweiliger. Die interessanteren Gestalten sind Woody Harrelsons Freibeuter Tobias Beckett und Donald Glover als Lando Calrissian, der erste spielt mit überraschender Zurückhaltung den kaltschnäuzigen alten Haudegen, der letztere gibt eine sehr verspielte Variante des Weltall-Dandys.

Wie weit die inhaltliche Bandbreite des Festival reicht, lässt sich an zwei konträren Filme ablesen: dem Polit- und Polizeidrama „BlacKkKlansman“ von Spike Lee und Lars von Triers „The House That Jack Built“ über einen Serienkiller. Während der US-Bürgerrechtler Lee beherzt gegen rechtsradikale Umtriebe und das Wiedererstarken des Ku-Klux-Klans zu Felde zieht, landet der dänische Provokateur von Trier buchstäblich in der Hölle – weil er den Massenmördern des 20. Jahrhunderts eine zwielichtige Huldigung widmet. Zweieinhalb Stunden lang folgt der Zuschauer aus der Sicht eines gefühlskalten Killers einer Performance, die das Töten von Menschen zur Kunst adeln will. Lee dagegen verströmte eine fast priesterliche Aura, als er Verbindungslinien zwischen US-Präsident Trump und der Ideologie des Ku-Klux-Klan zog. Der Geheimbund träumt bis heute von einer weißen Gesellschaft in den USA. Man dürfe vor dem weltweiten Erstarken nationalistischer Kräfte nicht die Augen verschließen, mahnte Lee. Weiße, Schwarze, Juden, Muslime – alle Menschen guten Willens müssten sich zusammenschließen, um den Anfängen zu wehren. - epd/kna

Quelle: wa.de

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