Smudo, und Thekla Carola Wied in „Pommes Essen“, Kinderfilm aus dem Revier

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Currysoße probieren: Thekla Carola Wied mit Tabea Willemsen (links) und Marlene Risch in „Pommes Essen“. ▪

Von Achim Lettmann ▪ Es geht nicht um die Wurst, sondern um die Soße. Die Currywurst-Soße von Opa Frey ist die Beste im Ruhrgebiet, heißt es. Aber was kann eine kleine Imbissbude gegen die Macht der System-Gastronomie schon machen?

Dass heutzutage Fastfood-Ketten, Coffee-to-go-Anbieter und Donut-Läden den schnellen Hunger stillen, ist unübersehbar. Regisseurin Tina von Traben stört das. Mit Rüdiger Bertram hat sie ein Drehbuch geschrieben. „Pommes Essen“ ist ein Kinderfilm, der mit einer Portion rot-weiß gleich den allgemeinen Geschmack trifft – möchte man meinen. Tina von Traben hat wirlich keine Angst vor Klischees. Schwarzweiße Doku-Bilder aus dem Revier bringen Kohle, Stahl und Currywurst zusammen. Bei Opa Frey in Duisburg stillte der Malocher also seinen Heißhunger mit Blick aufs Hüttenwerk und Rhein. So der Mythos – mit Emaille-Schalen für die Wurst.

Der Film beschwört die Currysoßen-Saga nicht allzu lange und entwickelt sich zu einer spannenden Geschichte um Selbstständigkeit, Zusammenhalt und Vertrauen. Herrlich, auch die liebevoll gemachten Trickszenen.

Frieda, Opa Freys Tocher (Anneke Kim Sarnau), muss in die Kur. Ihre Töchter übernehmen und richten ein Chaos an, das genüsslich inszeniert wird, bis die Bude brennt. Lilo (Tabea Willemsen) ist die freche Göre, Selma (Marlene Risch) das Mädchen mit dem Schweißgerät und Patty (Luise Risch), die Talentierte, die Sterneköchin werden will. Während Patty keinen Bock auf Imbiss hat, wollen Lilo und Selma Mutters Frittenschmiede retten. Walther Frey bietet allerdings eine Alternative. Fanta-Vier-Musiker Smudo gibt einen bösen Onkel, der für seine Kette „Pommes King“ das Rezept der Soße will. Und dann soll noch der neue Catering-Vertrag für das Stadion des MSV Duisburg vergeben werden. Welche Currywurst, äh Soße, ist die beste? Fußballfans entscheiden.

Die Dramaturgie von „Pommes Essen“ ist klasse. Können die Mädchen gegen Goliath Walther gewinnen? Macht Patty noch mit, statt „Schicki-Micki-Mampf“ zu basteln? Hilfe gibt‘s mit Migrationshintergrund. Thekla Carola Wied spielt eine russische Schrottplatz-Besitzerin, die derb ist, aber ein Gefühl für Lösungen hat. Als „Oma Frey“ steht sie im Imbiss, bis Mutter aus der Kur zurückkommt. Es ist Samstag, der Tag der Entscheidung...

Der Film

Herrlicher Kinderfilm um taffe Mädchen und einen Imbiss.

Regie: Tina von Traben

Darsteller: Anneke Kim Sarnau, Thekla Carola Wied, Smudo, Luise und Marlene Risch, Tabea Willemsen

Dauer: 85 Minuten

Wertung: ++++o

Quelle: wa.de

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