„Shadowland“ in Dortmund

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Wie kommt der Elefant zustande? Szene aus der Bühnenproduktion . - Foto: Donny

Von Elisabeth Elling -  DORTMUND Ein Elefant langt mit seinem Rüssel ins Stroh und schiebt sich ein Knäuel ins spitze Maul. Im Azurblau schwebt ein gigantisches Seepferdchen. Auf unebenem Gelände flitzen fingerflinke Krabben. All diese Schatten erzeugen die neun Tänzerinnen und Tänzer des Pilobolus Dance Theatre mit ihren Körpern.

Die Produktion „Shadowland“, bereits im vergangenen Jahr zu Gast in der Region, erzählt im Konzerthaus Dortmund eine wundersame Reise.

Es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von geträumten Abenteuern und symbolischen Figuren: Ein Mädchen gerät nachts ins Reich der Schatten, und eine überdimensionale Hand verpasst ihr einen Hundekopf. Fremd ist ihr dieser Körper, und das war er auch schon vor dem Zubettgehen, wie ihre linkischen Gesten mit Lippenstift und BH zeigten. Jetzt tastet sie sich vor in eine verführerische und bedrohliche Welt, in eine schillernde Atmosphäre wie bei „Alice im Wunderland“.

Sie lässt sich anstecken vom Eifer der Köche, die alle möglichen Fundstücke in ihrem Kessel versenken – bis die Drei auch das Hundemädchen als Zutat entdecken. Seine Flucht führt es zu einem Cowboy-Typen, dem seine Anhänglichkeit aber bald zu viel werden wird. Ein Schatten-Pickup zitiert ein Kapitel aus der Karriere von Pilobolus: Mit Werbespots für Autos wurde die US-amerikanische Compagnie international entdeckt.

Die Tänzer agieren im Gegenlicht hinter einer Leinwand, sie spielen mit Schärfentiefen, Größenverhältnissen und Lichteffekten. Ihre Körper fügen sich zu einem Burgtor, einem Oktopus, Wellen, vielknospigen Blumen – athletische und fließende Kraftakte. Manchmal erahnt man die Zusammensetzung der Umrisse: Die Hundeschnauze formt die Tänzerin mit einem Ellbogen, den sie vors Gesicht hält, und ihre Finger spitzen sich am Hinterkopf zum Ohr. Aber wie dann die Zunge hechelt und leckt, ist einfach nur verblüffend.

Heute, 29.10., Konzerthaus Dortmund; 16./17. Januar 2014 Bielefeld (Stadthalle), 8.2. Münster (Halle Münsterland), 18./19.2. Oberhausen (Arena), 20.2. Iserlohn (Parktheater)

Quelle: wa.de

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