Schlagerstar Roland Kaiser im Münster-Tatort „Summ, Summ, Summ“

Teilen die Leidenschaft für klassische Musik: Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Schlagerstar Roman König (Roland Kaiser). - Foto: ARD

Von Ralf Stiftel - „Egoist“ heißt der aktuelle Hit von Roman König. „Das ist doch sein Lied“, meint Kommissar Thiel (Axel Prahl) – und meint den Gerichtsmediziner Professor Boerne (Jan Josef Liefers). Das Lied mit dem moralisierenden Refrain gibt dem 23. Tatort aus Münster einen Grundton. Es singt ein echter Schlagerstar, Roland Kaiser, der kaum verfremdet sich selbst spielt. Nicht nur seinetwegen ist der Film richtig gelungen.

Kaiser lebt in Münster, und da lag ein Gastauftritt natürlich auf der Hand. Es wurde mehr daraus. Kaiser singt nicht nur den eigens für den Tatort komponierten Schlager, er hat auch eine tragende Rolle. Er schlägt sich wacker, weil er Mut zur Selbstironie hat. Roman König, von den Fans auch verehrt, weil er vorgeblich so treu zu seiner im Koma liegenden Frau steht, führt ein Doppelleben. Seine zahlreichen Amouren gäben ein solides Mordmotiv her.

Zunächst aber darf Boerne sich als Egoist bewähren. Eine ganze Kiste Bananen und mehr hat er im Großmarkt eingekauft. Und seine kleinwüchsige Assistentin „Alberich“ schiebt und schleppt die Beute heim. Weil es der Chef angeblich im Rücken hat. Wie es der Zufall will, findet sich just auf dem Parkplatz des Großmarkts die Leiche, mit der eigentlich jeder Tatort beginnt. Eine Journalistin aus Bremen wurde mit dem Seidentuch erwürgt. Sie hatte eine Ehrenkarte für einen Auftritt von Roman König. Wusste sie etwas über ihn? Oder hatte sie eine Affäre mit ihm?

Die glitzernde Traumwelt des Schlagers liefert dem bewährten Münster-Tatort-Regisseur Kaspar Heidelbach und den Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter allemal den Stoff für Mord und Totschlag. Die Ermittler sind nah dran, besonders Boerne. Der hat sich mit den Bananen hochgiftige exotische Spinnen ins Haus geholt und siedelt ins Hotel um, Tür an Tür mit König. Der Schlagerfuzzi entpuppt sich als Wagner-Fan – und schon beginnt eine wunderbare Freundschaft mit dem Professor. Verdächtige Gestalten umgeben den Star: Die Stalkerin (Bühnenstar Fritzi Haberlandt) zum Beispiel, die ihr Idol im Wohnmobil verfolgt und von Managerin Ina Armbaum (Ulrike Krumbiegel) argwöhnisch beäugt wird. Oder Manni, der sich bei Vater Thiel (Claus Dieter Clausnitzer) eingenistet hat, einst mit König in einer Rockband spielte und behauptet, dessen aktueller Hit stamme eigentlich von ihm.

Geballer und Geprügel gibt es auch in der aktuellen Folge „Summ, summ, summ“ nicht. Neben den Spinnen haben Bienen einen prägenden Auftritt – Thiel senior ist unter die Imker gegangen. Andere Dinge als Action unterhalten hier bestens: Thiel flitzt wieder in Boxershorts einem Einbrecher hinterher. Die Staatsanwältin offenbart ihr zweites geheimes Laster. Und Prahl und Liefers haben wieder großartige Dialoge. So lästert Boerne über die luxuriöse Hotelsuite zum Kommissar: „Brauchen Sie sich nicht zu merken. Können Sie sich sowieso nicht leisten.“

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

Quelle: wa.de

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