Sat.1 zeigt „Bollywood lässt Alpen glühen“

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Amit (Omar El-Saeidi, 3.v.l.) tanzt mit den Einheimischen. Szene aus „Bollywood lässt Alpen glühen“. ▪

Von Andreas Sträter ▪ Auf der Alm prallt aufeinander, was nicht zueinander gehört. Currygerichte und Schmalzgebäck. Sari und Dirndl. In der knallbunten Culture-Clash-Burleske „Bollywood lässt Alpen glühen“ fällt ein Bollywood-Filmteam in ein uriges Alpendorf in der Steyermark ein. Das ist der Beginn einer unmöglichen Ethno-Romanze, mit der sich Regisseur Holger Haase über alle gängigen Sehgewohnheiten hinwegsetzt. Es ist ein bisschen so, als hätte Sat.1 die Alpen für seinen Dienstagsfilm mit Curry gepudert.

Für gute Quoten wird alleine Alexandra Neldel sorgen, die mit der Telenovela „Verliebt in Berlin“ und der finsteren Mittelalterverfilmung „Die Wanderhure“ dem Sender riesige Quotenerfolge bescherte. Im bunten Alpenwestern spielt sie die ehrgeizige Franzi, die beim Film Karriere macht – und eine Bollywood-Produktion in ihr Heimatdorf St. Maria verlegt.

Dort ist das Motto: „So wie es ist, so soll es bleiben.“ Der indischen Crew gefällt das beschauliche Alpenkaff, und sie fällt mit riesigen Cateringbussen, Lamas, exotischen Früchten und erotischen Tänzerinnen ein in die Kulisse. Die Alpenbewohner begegnen den Indern mit äußerster Skepsis. Und so legt sich Franzis Jugendliebe Bruno (Andreas Kiendl) mit Bollywood-Beau Amit (Omar El-Saeidi) an. Produzent Sternheim (Thomas Heinze) droht den Dreh abzubrechen.

Für das erste Drittel trägt die Grundidee des Films: Lustig hüpfen die Trachtler bei fernöstlichen Tanznummern mit, und Seidengewänder wallen vor der mächtigen Alpenkulisse durch die bergfrische Luft. Außerdem bietet die Film-im-Film-Komödie, die augenzwinkernd auf den Fernsehbetrieb Bezug nimmt, einige Gags (Buch: Marc Terjung). So spielt ausgerechnet der stark sächselnde Ost-Komiker Uwe Steimle (ehemals „Polizeiruf 110“) einen zugereisten Kellner, der nicht nur den fremdländischen Gästen, sondern auch seinen Dienstherren irgendwie exotisch vorkommt. Die verbleibenden zwei Drittel des Films werden allerdings dünner. Für Pointen sorgt noch Michael Kessler („Switch reloaded“) als Dorfpfarrer, der weniger streng katholisch ist als die erzkonservativen Dorfbewohner.

Alexandra Neldel spielt wie immer: Sie gibt der Protagonistin eine charmant-naive Art. Niemand könnte ihr böse sein, dazu darf sie stets freundlich in die Kamera lächeln. Zwischen ihr und Andreas Kiendl sprühen aber überhaupt keine Funken. Vielleicht endet die flotte Komödie auch deshalb als relativ biederer Bergfilm. Ein bisschen Würze hätte diesem vergleichsweise originellen Dienstagsfilm gut getan.

Der Film enstand in Kooperation mit dem ORF und kann mit Kamerafahrten und einer Ausstattung punkten, die man sonst nur aus dem Kino kennt. Deshalb ist die Lederhosen-Komödie ein Fest fürs Auge. Hinzu kommt die prominente Besetzung, von der besonders Thomas Heinze mit großstädtischem Yuppie-Gehabe überzeugt.

Neu ist die Bollywood-Alpen-Idee aber nicht: Im vergangenen Jahr überraschte „Tandoori Love“ mit Lavinia Wilson in den Der Plot: Eine indische Filmcrew dreht einen Film in einem Alpendorf, und die Bewohner tanzen mit. Allerdings spielte diese Geschichte in der Schweiz – nicht in Österreich.

Di, Sat.1, 20.15 Uhr

Quelle: wa.de

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