Mutmaßliche Gefährder sollen auf Festivalgelände gearbeitet haben

"Terroristische Gefährdungslage": Rock am Ring für heute abgebrochen

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Veranstalter Marek Lieberberg bei der improvisierten Pressekonferenz.

[Update 22.27 Uhr] Nürburg - Das Festival "Rock am Ring" ist um kurz nach 21 Uhr für den Freitag wegen einer "terroristischen Gefährdungslage" abgebrochen worden. Die Polizei wies die Veranstalter dazu an. Deshalb wurden alle Besucher gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen. Inzwischen ist das Gelände vor den Bühnen leer. Besonders brisant: Mutmaßliche Gefährder sollen auf dem Festivalgelände gearbeitet haben - sie sollten Zäune am Gelände aufstellen.

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Es gibt erste Aussagen des merklich frustrierten Veranstalters Marek Lieberberg, der nach rund einer Stunde das Pressezentrum verlassen hat. 

Wir fassen diese hier zusammen: 

  • "Wir haben zwei Stunden mit der Polizei zusammengesessen und die Entscheidung getroffen."
  • "Wir hoffen, dass wir das Festival morgen fortführen können."
  • "Ich hätte mir gewünscht, dass man mit dieser Entscheidung noch abgewartet hätte."
  • "Ich hoffe, dass die Polizei in der Lage ist, das Problem in den nächsten 14 Stunden zu lösen."
  • "Sie können mir glauben, wie beschissen ich mich fühle."
  • "Das Signal das Deutschland heute sendet ist katastrophal."
  • "Ich fühle mich einfach leer."

Und weiter: "Warum kann ein Fußballspiel nach einem Anschlag angepfiffen werden und wir sind die Prügelknaben? Ich habe versucht zu diskutieren, habe die Ansage aber akzeptiert. Es gab keine Terrorwarnung. Wir werden mit Rammstein reden, ob sie morgen auftreten können. Sie sind die Band mit dem kompliziertesten Set."

"Rock am Ring"-Freitag aus Terrorangst gestoppt

Der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz soll das Gelände bereits verlassen haben. 

Die Polizei hat ein Infotelefon eingerichtet: 0800-6565651.

Für die Absage wurde das Konzert der Broilers abgebrochen. Nach einem gelungenen Start unter anderem mit Sondaschule, Skindred, In Flames und Five Finger Death Punch sollten am Freitagabend noch die Shows vom Rammstein, den Broilers, Bastille und Liam Gallagher auf dem Programm stehen.

Die Polizei Koblenz hat sich exakt um 21.17 Uhr so geäußert:

Der Veranstalter von Rock am Ring hat in enger Abstimmung mit den Sicherheitskräften den heutigen Festivaltag vorzeitig beendet. Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist. Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck. Genaue Hintergründe können wir derzeit noch nicht nennen.

Da die Sicherheit an erster Stelle steht und eine Gefährdung von Festivalbesuchern in jedem Fall soweit wie möglich ausgeschlossen werden muss, wurde entschieden, das Festival für diesen Tag auszusetzen. 

Mit Blick auf den jüngsten Anschlag auf eine Konzertveranstaltung in Manchester wurde bereits im Vorfeld das Sicherheitskonzept für Rock am Ring modifiziert und die Zahl der Einsatzkräfte deutlich auf rund 1.200 erhöht.

Wir nehmen alle Hinweise und alle Verdachtsmomente sehr ernst und gehen diesen intensiv nach. Nachdem eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden sofort alle notwendigen Maßnahmen getroffen. Dies führte in der Konsequenz dazu die Veranstaltung heute aus Sicherheitsgründen zu unterbrechen."

Hier finden Sie unsere ursprüngliche Berichterstattung von Freitagabend:

Es geht schon wieder los: Unwetterwarnungen begleiten den Start der 32. Auflage von Rock am Ring, das in diesem Jahr mit 85 Bands auf vier Bühnen erstmals wieder auf der Rennstrecke am Nürburgring in der Eifel stattfindet.

Wegen Differenzen mit den Ring-Betreibern war das Rockspektakel mit 80.000 Besuchern in den vergangenen beiden Jahren auf einem alten Bundeswehrflugplatz unweit des Eifelörtchens Mendig über die Bühne gegangen. Beide Male gab es Unwetter und Verletzte; 2016 wurde das Festival nach starken Gewittern mit zahlreichen Verletzten gar abgebrochen. 

Einen von ihnen präsentierte am frühen Freitagabend Veranstalter Marek Lieberberg auf der Hauptbühne am Nürburgring: Julian Schiller musste seinerzeit reanimiert werden, hat sich von seinen schweren Verletzungen erholt und rockt nun am neuen, alten Standort wieder mit.

"Rock am Ring" ist zurück in der Eifel

Hohe Sicherheitsvorkehrungen prägen das dreitägige Spektakel am Pfingstwochenende, das gleichzeitig mit der Zwillingsveranstaltung Rock im Park bei Nürnberg gestartet ist: 1200 Polizisten sollen am Ring angereist sein, um die mehr als 80.000 Besucher zu kontrollieren, die strenge, mehrstufige Einlasskontrollen und Bodychecks über sich ergehen lassen müssen, bevor sie aufs Gelände dürfen – nach dem Attentat von Manchester ist höchste Wachsamkeit angesagt. 

Größere Taschen und Rucksäcke sind daher verboten, lediglich faltbare Getränkebehälter dürfen aufs Gelände mitgenommen und dort an speziell eingerichteten Stationen mit Wasser befüllt werden.

Erstmals wird das Festival live im Internet übertragen auf www.rockamring.de.

Quelle: wa.de

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