The Queens Of The Stone Age in Oberhausen

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Josh Homme von der Band Queens Of The Stone Age spielt in Oberhausen.

Oberhausen - Der Druck ist im Magen zu spüren, der Bass selbst außerhalb der Arena in Oberhausen zu hören und das Dröhnen in den Ohren hat erst am Morgen des nächsten Tages aufgehört. Die Queens Of The Stone Age machen am Donnerstag zum Deutschland-Auftakt ihrer „Villains“-Tour genau das, wofür sie verehrt werden – staubtrockenen und kernigen Stoner Rock, den sie beseelt vortragen.

Mit 6.000 Zuschauern ist die Arena in Oberhausen nur zur Hälfte ihrer möglichen Kapazität gefüllt. Doch die die gekommen sind, erleben zwei Stunden lang eine laute Zeitreise durch die 20 Jahre Bandgeschichte.

Die Queens Of The Stone Age sind dabei ein Phänomen. Einzige konstante Größe im Bandgefüge ist Sänger und Songwriter Josh Homme. Zur aktuellen Besetzung gehören Troy Van Leeuwen (Gitarre, Keyboard), Michael Shuman (Bass und Gesang) sowie Dean Fertita (Keyboard, Gesang, Gitarre) und Jon Theodore, den Homme unbescheiden als besten Schlagzeuger der Welt preist.

Ehemalige Bandmitglieder waren unter anderem Superstar Dave Grohl (Foo Fighters, Nirvana) und Mark Lanegan (Screaming Trees, The Twilight Singers). Homme hat sich zudem einen Namen als Produzent gemacht und etwa der Britrock-Band Arctic Monkeys zum neuen Sound verholfen.

In Oberhausen verzichtet das Quintett auf äußerlichen Schnickschnack wie etwa eine Videowand. Dafür gibt es hektische und paralysierend wirkende Lichteffekte, die zusätzlich auf der Bühne durch wackelige Lichtstangen untermalt werden, gegen die die Musiker abwechselnd treten können und die lustig hin und her schwanken.

Mit „If I Had A Tail“, „Monsters In The Parasol“ und „My God Is The Sun“ geht es druckvoll los. Homme macht sich erst mal locker und schaut sich an, was als Feedback vom Publikum zurück auf die Bühne kommt. Das gefällt ihm im Laufe des Abends immer mehr, und speziell die mit große körperlichen Einsatz tanzende Menge vor der Bühne hat es dem Sänger angetan. „Ich möchte eine gute Zeit mit euch haben. Es ist jetzt und nicht gestern oder morgen“, fordert Homme wiederholt die Fans dazu auf, den Abend zu genießen. Dass die vorherigen Auftritte in Wien von der Kritik zerrissen wurden, deutet Homme an und bedankt sich dafür, dass dieser Abend doch ganz anders verlaufe.

Mit dem wuchtigen „Feet Don’t Fail Me“ vom aktuellen Album und „The Way You Used To Do“ folgen Songs, die auch speziell für die Queens Of The Stone Age stehen – staubtrockenener Stoner Rock mit abgehackten Riffs, der melodiös zum beschwingten Bewegen verführt.

Zwar ist die Band in den vergangenen Jahren immer eingängiger und durchaus poppiger geworden – doch live sind auch diese Nummern kräftig und rockig. Das aktuelle Album wurde von Mark Ronson (unter anderem Amy Whinehouse, Duran Duran, Lady Gaga) produziert und stieg auch bis auf Platz zwei der deutschen Albumcharts ein. Von diesem Album ist „Villains Of Circumstance“ ein veritables, komplexes, biestiges Fünf-Minuten-Meisterwerk mit krächzenden und sirenenhaften Elementen.

Abgefeiert werden aber mehr die Klassiker wie „No One Knows“, „Little Sister“ und „Go With The Flow“. Zu einem riesigen Chor verwandelt sich die Halle beim eingängigen und gefangen nehmenden „Make It Wit Chu“ – hier genießt Josh Homme, an den Mikrofonständer gelehnt und Zigarette rauchend, den Blick aufs Publikum.

Fast schon balladesk ist „I Sat By The Ocean“, und hier wird die Gitarrenmusik zurückgenommen. „Head Like A Haunted House“, mit dem der Zugabenteil eingeläutet wird, ist purer klassischer Rock’n’Roll und mit „Un-Reborn Again“ und „A Song For The Dead“ hat die Band Rausschmeißer im Programm, die sich mit verzerrten Gitarren zu einem infernalischen Krach-Gewitter aufbauen – und genau so muss so ein Abend auch enden.

Quelle: wa.de

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