Polizei prüft Ausstellung: Kinderpornografie?

Frankfurt/Main - Die Sittenpolizei im Museum: Wegen des Verdachts der Kinderpornografie haben die Behörden eine Fotoausstellung im Frankfurter Museum für Moderne Kunst (MMK) begutachtet.

Ein Besucher hatte die Schau “The Lucid Evidence“ anstößig gefunden. Sie zeigt unter anderem gewagte Nacktporträts von Jugendlichen. Es gibt aber Entwarnung: “Wir konnten klären, dass es sich bei monierten Fotos, auf denen junge Leute Geschlechtsverkehr haben, um junge Erwachsene handelt“, sagte Polizeisprecher Alexander Kießling am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der “Bild“-Zeitung. Die drei Kripo-Beamte waren bereits am 31. Januar angerückt.

Der stellvertretende MMK-Direktor Peter Gorschlüter zeigte ihnen dann die am meisten kritisierten Fotos der Künstler Jock Sturges, Larry Clark (dessen Serie “Teenage Lust“), Dino Pedriali und Nobuyoshi Araki. “Er hat den kunsthistorischen Kontext der Werke erklärt und auch darauf hingewiesen, dass die Werke schon sehr oft in Ausstellungen weltweit zu sehen waren“, berichtete eine Sprecherin des Museums. Polizeisprecher Kießling sagte: “Der Kunstbegriff wird hier an den Rand der Legalität geführt. Kunst ist ja weit gefasst.“ Die Kripo habe den Fall zur endgültigen Klärung an die Frankfurter Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Das MMK verweist auch darauf, dass es seit Ausstellungsbeginn auf Schildern an der Kasse und im Eingang zu den Räumen warnt: “Liebe Besucher, bitte beachten Sie, dass einige Fotografien Kinder und Jugendliche irritieren oder ihr sittliches Empfinden verletzen könnten.“ “The Lucid Evidence. Fotografie aus der Sammlung des MMK“ läuft seit September 2010 und ist noch bis zum 25. April zu sehen.

dpa

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