Konzert vor 40.000 Fans in Köln

Pink klettert, fliegt - und singt ihre Hits in Köln

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[Update 14 Uhr] Köln - Sängerin Pink, ihre Band und eine Menge Tänzer haben für zwei Tage das Kölner Rheinenergie-Stadion in Beschlag genommen. Zum Konzertdoppel der US-amerikanischen Sängerin kommen jeweils 40.000 Fans.

Die 39-Jährige macht bei ihrer „Beautiful Trauma World Tour“ die Hütte voll, und gefühlt hat jeder Zuhörer ein Stofftier dabei, das er zu ihr auf die Bühne wirft.

Die Freude über Pinks Live-Besuch ist außerordentlich groß. Für viele Fans ist Alecia Moore, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, ein Idol, nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch, weil sie sich in vielerlei Hinsicht als Aktivistin einsetzt. Und auch die Künstlerin selbst freut sich über den ihr entgegengebrachten Jubel. Sie sammelt alle Fangeschenke ein. Und beim Herumflanieren über die Bühne sieht sie auch das eine oder andere ihr bekannte Gesicht im Publikum. „Gut, Euch alle wieder zu sehen. Mann, wir kennen uns seit 20 Jahren. Am Anfang waren wir Punk-Kids, und jetzt sind wir Punk-Erwachsene“, ruft sie beim ersten der beiden Kölner Auftritte.

Pink singt ihre Hits beim Konzert in Köln

Überhaupt: Pink ist es anzumerken, dass sie einfach Lust hat, auf der Bühne zu stehen und eine große Show abzuziehen. Rund zwei Stunden gibt es viele Hits, aber auch eindrucksvolle Schauwerte zu bestaunen. Der Auftritt beginnt mit „Get the Party Started“ und einer Pink, die an elastischen Sicherungsseilen befestigt an einem Kronleuchter hoch über der Bühne umherschwebt. Sie verrenkt sich, hangelt sich an ihm entlang, hängt mal kopfüber, wird von ihrer zehnköpfigen pink gekleideten Tanzcrew beim Abseilen aufgefangen, um dann wieder hoch in Richtung Leuchter zu jagen. Die ersten Fans bekommen Schnappatmung.

Später turnt sie, etwas weniger halsbrecherisch, aber zum Teil immer noch in luftiger Höhe, kunstvoll und ausdrucksstark mit einem Partner zu „Secrets“. Kurz darauf kommt Pink als Rotkäppchen zu Wald- und Naturgeräuschen gemeinsam mit Tänzern in Wolfs-, Hirsch- und Vogelmaske auf die Bühne, um „Try“ einzuleiten. Bei „Just Like Fire“ schießen massig Feuerfontänen in die Luft, zwischendurch werden Feuerwerke gezündet, den Clou aber bewahrt sich Pink bis zum Schluss auf.

An der Spitze des Bühnenstegs, der ein gutes Stück in den Innenraum des Stadions hineinreicht, wird die Sängerin von Crewmitgliedern an einer Seilkonstruktion befestigt, mit der es der Sängerin möglich ist, förmlich durchs Stadion zu fliegen. Sie steigt in schwindelerregende Höhen auf, schlägt dabei Salti und landet auf Pfosten, wo sie kurz singend innehält, um dann wieder rasant bis unters Tribünendach aufzusteigen und selbst denen nah zu kommen, die im Oberrang die Show verfolgen. Da hat wirklich jeder sein Handy gezückt, um dieses Spektakel zu filmen und als Videoclip mit nach Hause zu nehmen.

Der Song, den Pink dabei singt, heißt „So What“ - „Na, und?“ auf Deutsch. Sie zuckt mit den Schultern und guckt keck. Als ob es ein Leichtes wäre, wie ein furchtloser Stuntman gen Himmel katapultiert zu werden. Aber Pink ist bis die Haarspitzen ihrer Sturmfrisur hinein durchtrainiert, und die Attitüde stimmt. Sie kann aber auch anders, nämlich gefühlvoll, und beweist das bei „Just Give Me a Reason“, „What About Us“ oder „For Now“. Besonders schön ist das Cyndi-Lauper-Cover „Time After Time“, bei dem Pink nur von Gitarrist Justin Derrico, aber auch von 40.000 Stimmen begleitet wird.

Nach ihrem beeindruckenden Flug durchs Stadion sorgt Pink für einen ganz gefühlvolles Ende. Der Song heißt „Glitter in the Air“ und, anders als es der Titel vermuten lässt, schießen keine Konfettikanonen glitzernde Papierschnipsel in die Luft. Pink schreitet, lediglich begleitet von Pianoklängen, ganz nach vorne und singt in einem Meer von Handylichtern über die Kraft der Liebe.

Als Pink sich ein letztes Mal verbeugt und in die Menge winkt, läuft ihr ihr zweijähriger Sohn Jameson Moon mit Ohrschutz auf dem Kopf entgegen. Die Sängerin nimmt ihn auf den Arm und geht. Dann flimmert der Abspann wie bei einem Kinofilm über die Leinwand. Es ist ein stiller und, trotz einer in großen Teilen fetten, lauten und eindrucksvollen Show, ein runder Abgang. Schöne Sache.

Nach den beiden Konzerten in Köln kommen Fans in Deutschland in diesem Sommer noch einmal auf ihre Kosten. Am 9. August tritt Pink in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen auf. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Quelle: wa.de

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