Neuer Thriller: Michael Connelly: Sein letzter Auftrag

Von Ralf Stiftel ▪ Michael Connelly: Sein letzter Auftrag. Deutsch von Sepp Leeb. Heyne Verlag, München. 495 S., 19,99 Euro. Michael Connelly gehört zu den Starautoren des US-Krimis.

Er liebt es, seinen Helden Serien zu widmen, zum Beispiel, wie im vorliegenden Buch, dem Reporter Jack McEvoy, der schon einmal (in Connellys Roman „Der Poet“) einen Serienmörder zur Strecke gebracht hatte. Diesmal hat er zunächst ganz andere Sorgen: Sein Arbeitgeber, die „Los Angeles Times“, baut Stellen ab. Und er soll ausgerechnet seine Nachfolgerin, die junge ehrgeizige Angela Cook, einarbeiten. Die Szenen, in denen das angespannte Klima in der Redaktion beschrieben wird, gehören zum Besten an diesem Thriller. Connelly hat selbst als Journalist bei der LA Times gearbeitet, ehe er ins Krimi-Fach wechselte. Dem erfahrenen Polizeireporter McEvoy kommt bei einer Routine-Geschichte, einem Sexualmord mit geständigem Täter, etwas eigenartig vor. Er beginnt Nachforschungen und trifft auf die „Vogelscheuche“, einen (leider wieder) Serienmörder, der als Computerexperte bei einem Internetprovider daran arbeitet, sensible Daten zu speichern und vor Hackern zu schützen. Folgerichtig schlägt er zuerst im Netz zu, als er merkt, dass ihm McEvoy auf der Spur ist, und sperrt Kreditkarten und Handys. McEvoy bekommt Unterstützung von der FBI-Agentin Rachel Walling, und zum Ende hin folgt der Roman durchaus ausgetretenen Thrillerpfaden. Aber mit seiner originellen Ausgangssituation und seiner Kunst, Handlungsfäden zusammenzubringen, ohne den Zufall überzustrapazieren, gelingt Connelly trotzdem noch ein deutlich überdurchschnittlicher Krimi.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare