Neue CD: Youn Sun Nah: Lento

Youn Sun Nah: Lento (Act). Längst sollte die koreanische Sängerin Youn Sun Nah kein Geheimtipp mehr sein. In ihrer Wahlheimat Frankreich war ihr Album „Same Girl“ die meistverkaufte Jazzplatte 2011. Auf ihrem aktuellen Album „Lento“ bietet sie elf einfach wunderbare Aufnahmen, die so schmerzlich-süß melancholisch eingefärbt sind, dass sie süchtig machen können.

Ihr Repertoire spannt sie dabei weiter denn je. Die Ballade „Hurt“ von Nine Inch Nails lässt sie noch zerbrechlicher klingen als Trent Reznors Original, zumal bei ihr die finale Steigerung in den Rock-Lärm fehlt. Im koreanischen Volkslied „Arirang“ führt sie die delikaten asiatischen Tonintervalle vor. In „Momento Magico“, einer Komposition von Ulf Wakenius, liefert sie sich wilde Unisono-Wettläufe mit dem Gitarristen. Der Song ist auch nicht schnell, aber der rhythmisch pointierteste Beitrag der CD. Manchmal entfernt sie sich recht weit vom Jazz, zum Beispiel im pathetischen „Lament“, das man sich für Momente großorchestral in einem Musical vorstellen könnte. Diese Musik zwischen Jazz, Chanson, Folklore lebt aber auch von starken Begleitern wie dem Bassisten Lars Danielsson und Vincent Peirani am Akkordeon. Und ihre ausgeflippte Version der „Ghost Riders In The Sky“ lohnt allein schon den Kauf dieses Albums. -   Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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