Neue CD: The Specials: More... Or Less

The Specials: More... Or Less (Chrysalis/EMI). Es war das neue Ding 1979: England wollte ein wenig mehr hören als die drei Akkorde des Punk, und mit der New Wave eroberte auch Ska die Charts.

Ausgelöst hat diese Welle eine siebenköpfige Multi-Kulti-Band um den Keyboarder Jerry Dammers, „The Specials“. Sie verbanden die rohe Kraft des Punk mit den eleganten Rhythmen und cool-jazzigen Harmonien aus Jamaika. Zwei Platten und zwei Jahre später lösten sie sich schon auf. Dammers hatte mit The Special Aka noch den Welthit „Free Nelson Mandela“. Dann war leider Ruhe. Bis 2008. Da sammelten sich die Gründungsmitglieder der Band neu, bis auf Dammers. Jetzt legen sie ein Doppelalbum vor, und obwohl der Mastermind fehlt, ist es kein müdes Reunion-Projekt, wie zu befürchten war, sondern eine kraftvolle Beschwörung der Aufbruchszeit. Es hört sich an wie ein durchlaufendes Konzert. Tatsächlich aber wurden die Songs des ersten Albums in der Originalreihenfolge aus verschiedenen Auftritten in Großbritannien montiert, auf der zweiten Platte folgen die besten Songs der zweiten LP plus einige Single-Hits wie „Gangsters“ und „Rat Race“. Die Stimmung ist bestens, bei „Nite Klub“ singt das Publikum (in Hull) textsicher: „I won't dance in a club like this...“. Bei „Concrete Jungle“ drehen die Gitarristen Roddy Radiation und Lynval Golding auf. Die Sänger Terry Hall und Neville Staple haben ihre Stimmen gut über die Jahre gebracht. Vor allem aber wahren sie den Originalsound, ohne museal zu klingen, man höre nur die feinen Live-Dubs in „Ghost Town“. Das Album lohnt nicht nur für Fans, obwohl kein neues Material geboten wird. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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