Neue CD: Rudresh Mahanthappa: Samdhi

Von Ralf Stiftel ▪ Rudresh Mahanthappa: Samdhi (Act). Der US-Saxophonist Rudresh Mahanthappa hat indische Wurzeln, natürlich, und er nannte sein Album auch nach dem Sanskritwort für Zwielicht.

Aber die ganzen Skalen und Metren der indischen Tradition musste sich der Musiker, der 1971 in Triest geboren wurde, erst erarbeiten, schreibt er im Klappentext der CD. Ansonsten nennt er eine so große Fülle von Inspirationen, von Gregorianik bis Lady Gaga, vor allem aber Fusion-Jazz-Musiker wie David Sanborn und die Brecker Brüder, dass man das gleich wieder vergessen kann. Die Platte jedenfalls verarbeitet nicht primär Weltmusik-Einflüsse, sondern bietet energiegeladenen, rhythmisch prägnanten und ausgesprochen spielfreudigen Jazzrock. Sicher gibt es „Anand“ Anantha Krishnan an indischen Percussionsinstrumenten, aber mindestens so wichtig für den Sound sind Gitarrist David Gilmore, Bassist Rich Brown und Schlagzeuger Damion Reid. Mahanthappa selbst spielt Altsaxophon mit überaus beweglichem Ton, nichts scheint ihm zu schwer. Nach dem hymnischen Intro von „Parakram #1“ ist im ebenso energischen wie eleganten Groove von „Killer“ der Titel Programm: Wilde Sax-Kadenzen, kurze Wechselphrasen, dann eine rockige E-Gitarre. Mahanthappa setzt bei seinem Instrument auch Effektgeräte ein, man höre etwa das Solo auf „Ahhh“. Sie können swingen, sie können rocken, und sie lassen die Post abgehen.

Quelle: wa.de

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