Neue CD: Rudresh Mahanthappa: Bird Calls

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Rudresh Mahanthappa: Bird Calls

Rudresh Mahanthappa: Bird Calls (Act/Edel). Bird war der Spitzname des großen Charlie Parker. Und so schweift der indischstämmige US-Saxophonist Rudresh Mahanthappa auf seinem aktuellen Album nicht in der Vogelwelt, sondern widmet seinem Vorbild eine grandiose Hommage.

Bei Parker, einem der Erfinder des Bebop, liegt die Latte ganz hoch. Aber Mahanthappa und seinen Partnern glückt hier alles.

Die vorzügliche Band (Adam O’Farrill tp, Matt Mitchell p, Francois Moulin b, Rudy Roiston d) spielt kompakt und in ständigem Dialog. Die eingestreuten, nummerierten „Bird Calls“ bieten jedem Instrumentalisten die Möglichkeit zu kleinen Kabinettstücken. Dazwischen gibt es acht Titel, die jeweils einen berühmten Song Parkers in die Gegenwart übersetzen.

Aus „Donna Lee“ wird das temporeiche und druckvolle „On The DL“ mit ostinater Rock-Rhythmik, kernigen Unisono-Themen und Mahanthappas Virtuosität. Da gibt er dem Altsax schon mal die Klangfarbe des Nadaswarams, um gleich darauf in den expressiven Volldampf-Bop-Modus umzuschalten, zu überblasen, auszuprobieren, wie viele Noten in vier Takte passen.

„Talin Is Thinking“ (nach „Parker’s Mood“) ist bluesgetränkt, „Both Hands“ steigt mit einem rasanten Unisono ganz in der Tradition ein, und auch Trompeter Adam O’Farrill spielt ganz im nervös vorangetriebenen Duktus des Bop. „Maybe Later“ bietet ebenfalls mustergültig die Synthese aus dem Aufbruchsgeist der frühen 1950er Jahre und einem zeitgemäßen Zugriff. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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