Neue CD: Robin McKelle & The Flytones: Soul Flower

Robin McKelle & The Flytones: Soul Flower (RCA Victor/Sony). Am Anfang perlt warm ein E-Piano, swingt sich langsam in einen dezenten, aber unwiderstehlichen Groove. Dann setzt die Stimme ein, und Stimme ist im Soul das Wichtigste.

Robin McKelle ist mit einem begnadeten Organ gesegnet, kehlig und voll in den Tiefen, sicher in den Höhen. Ihr Klang erinnert an Gladys Knight. Und ihre Platte führt uns zurück in die goldene Ära des Soul, weniger in die Motown Detroit als nach Memphis, wo sie in den Stax-Studios den Rhythm etwas sexier und den Blues etwas dreckiger klingen ließen. Bei der 1976 geborenen US-Sängerin wird nichts von Geigen und Orchester weichgespült, hier gibt es die ehrliche, harte Arbeit des Tastenmannes mit der unermüdlichen Exstase eines Gospelgottesdienstes, knapp beherzte Rhythmuslicks des Gitarristen und auf den Punkt gespielte Bläsersätze. Die meisten Songs hat Ms McKelle selbst geschrieben, und „So It Goes“ oder „Nothing's Really Changed“ klingen schon wie Klassiker. Ihr großes Format erkennt man aber im Umgang mit fremden Songs. Bacharachs „Walk On By“ geht da gut ab, und Sinatras „I'm A Fool To Want You“ verpasst sie einen Hauch von hysterischem Bluesrock à la Al Kooper. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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