Neue CD: re:jazz: Kaleidoscope

re:jazz: Kaleidoscope (Infracom/Alive!). Auf ihrem fünften Studioalbum verändert die Band um den Frankfurter Pianisten Matthias Vogt ihr Konzept. Sie übersetzt nicht mehr Techno- und House-Hits in akustischen Jazz, sondern spielt vor allem Eigenkompositionen.

Der Sound freilich ist geblieben, ebenso das Konzept, prominente Gäste einzuladen. Das lohnt sich schon beim ersten Track, den N'Dea Davenport, Sängerin der Brand New Heavies, nicht nur beseelt vorträgt, sondern auch mit der Band geschrieben hat. Mit seinem Riff, der funky Gitarre und dem Orgelgroove eine schöne Hommage an den Old-School-Soul der 70er. Aber re:jazz hat eine neue feste Sängerin, Mediha, die auf drei Titeln ebenfalls überzeugt, besonders auf „Tears“, einem House-Klassiker von Frankie Knuckles. Denn die Band zeigt sich zwar mit eigenem Material durchaus inspiriert. Aber ein bisschen Verjazzen und Verfremden darf schon sein. Hinreißend funktioniert das bei „Voodoo People“ von The Prodigy, das sie in Latin Jazz à la Santana umdeuten mit fetzigem Querflötenspiel und einem Gitarrensolo, das allerdings eher einen George-Benson-Touch hat. Sehr schön übersetzen sie auch Squarepushers „lambic 9 Poetry“ in Fusionjazz, wobei sie das melancholische Thema aus E-Bass-Flageolets beibehalten. Aber ihnen fällt eben auch selbst etwas ein wie das unwiderstehlich groovende „Eins Eins“ mit seinem Wechselspiel zwischen Sax und Orgel. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare