Neue CD: Paul Brody‘s Sawadi: Vanishing Night

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Paul Brody‘s Sawadi: Vanishing Night

Paul Brody‘s Sawadi: Vanishing Night (Yellowbird enja/Soulfood). Es beginnt mit der klangmalerischen Beschwörung eines Sonneneinbruchs ins dunstige Berlin: „Gathering Light“.

Ausgreifende Klangflächen, bestimmt von Gitarrenlinien und der Trompete von Paul Brody. Der 1961 in Seattle geborene Musiker lebt seit den 1990er Jahren in Berlin, wo er zum Beispiel eine große Klanginstallation für das Jüdische Museum schuf. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern wie Shirley Bassey, John Zorn, Wim Wenders.

Die Musik der aktuellen CD reflektiert die Familiengeschichte des Musikers, seine Mutter floh aus Wien vor den Nazis in die USA. So ist „Mighty Max“ dem jüdischen Maler Felix Nussbaum gewidmet, den die Nazis in Auschwitz ermordeten. Ein Trauermarsch in Moll, mit Klezmer-Anklängen, über einem Reggae-Offbeat. Beim Gitarrensolo stimmt Christian Kögel anfangs die Saiten runter und wieder hoch, ehe er in die Melodie findet, mit Wahwah und Fuzz. Bilder von Nussbaum dienen noch in weiteren Titeln als Inspiration, zum Beispiel in den melancholischen, von Christian Dawids Klarinette getragenen „Two Self Portraits“ und im verhalten groovenden „Grimace“, das sich zu packendem Jazzrock steigert. In einer großen Theatersuite bearbeitet Brody Themen klassischer Komponisten. Mozarts „Lacrimosa“ rückt besonders der intensive, textlose Gesang von Jelena Kuljic von einer Bluesstimmung weiter in Hysterie. Wie entspannt ist dagegen Henry Purcells herrliche Arie „One Charming Night“. Ganz ohne modische Crossover-Attitüde rücken auf dieser großartigen CD unterschiedlichste Klangwelten zusammen. -  Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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