Neue CD: Pablo Held Trio: Lineage

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Pablo Held Trio: Lineage

Pablo Held Trio: Lineage (Pirouet). Der erste Track, „Hidden“, fängt an wie das Intro zu einem verlorenen Miles-Davis-Titel. Aber Pablo Held, 1986 in Herdecke geboren, nennt Gil Evans als Inspiration – was ja nicht so weit entfernt ist.

„Lineage“ ist das achte Album des Pianisten für das Pirouet-Label, und man hört ihm an, wie vertraut er und seine Partner Robert Landfermann am Bass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug sind. Da reagiert einer traumwandlerisch auf die Ideen des anderen, Rhythmen und Tempi wechseln mit der Selbstverständlichkeit, mit der andere atmen. Das Ergebnis ist eine sehr schöne Folge von acht zuweilen kammermusikalisch introvertierten, dann aber auch wieder rhythmisch sehr pointierten Kompositionen. Helds Jazz kommt sehr melodisch daher, auch wenn es oft keine ausgearbeiteten Melodien gibt. Er umspielt Mikromotive und lässt sich treiben. In der „Bernstein Fantasie“ bezieht er sich auf Leonard Bernstein, und mitten im Stück blitzt eine steigende Tonfolge auf wie ein Nachhall oder Zitat aus einem Musical des Meisters. Zugleich spielt er auf die Dinosaurier-Romane Michael Crichtons an, in denen Bernstein als Material eine tragende Rolle einnimmt. Und dann kann man die Tempo- und Stimmungswechsel des Stücks wie Programmmusik hören, Soundtrack zu einem Kopffilm. Die Qualität von Helds Musik aber liegt darin, dass keine Lesart das Stück ganz erklärt. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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