Neue CD: Melody Gardot: Currency Of Man

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Neue CD: Melody Gardot: Currency of Man

Melody Gardot: Currency of Man (Universal/Decca). Hat sich Melody Gardot auf ihrem vierten Album neu erfunden? „It Gonna Come“ beginnt mit einem fetten Funk-Arrangement aus Percussion, Orgel, Streicher-Splittern, als wolle sie die Temptations von „Papa Was A Rolling Stone“ ausschlachten.

Selbst ihr Gesang übernimmt die souligen Tonbeugungen jener Ära. Mit den rohen Gitarren in „Preacherman“ scheint sie den Soul-Rock für sich zu entdecken. Der Song ist einem frühen Fall von rassistischer Gewalt gewidmet, in diesem Fall geht es um den Teenager Emmett Till, der 1955 ermordet wurde.

Es gibt noch mehr derart „laute“ Titel auf „Currency Of Man“. Aber Fans der inzwischen 30-jährigen US-Sängerin brauchen sich nicht zu sorgen. Die Meisterin der leisen Töne, der delikaten Chansons, ist auch noch da. Man höre nur „If I Ever Recall Your Face“ mit seinen auf Streicherwatte gebetteten romantischen Piano-Trillern. Da lässt sie auch wieder ihr unnachahmliches Vibrato schwingen. Und im bluesigen „Don’t Misunderstand“ hält sie mit Understatement die Spannung über einer ganz einfachen Akkordfolge auf der Gitarre hoch. Sie hat die Gewichte verschoben, so dass sich die Musik anders anfühlt. Aber sie bleibt die stilsichere Grenzgängerin zwischen den Musikgenres, mit intelligenten Kompositionen und einer hochklassigen Produktion (Larry Klein). Und wer wissen will, wie sich Tom Waits anhören könnte, wäre er eine Frau, der lausche den „Bad News“ darüber, wenn es keinen Rum, keinen Brandy, keinen Schaumwein mehr gibt. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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