Neue CD: KK-Strings: Bullerjan Nächte

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Von Ralf Stiftel ▪ KK-Strings: Bullerjan Nächte (Preiser Rec./Naxos). Wer ein Streichquartett mal richtig losrocken hören will, der ist hier richtig. Schon im ersten Track klingt das Violin-Intro wie ein Thema von Jimi Hendrix.

Die KK-Strings gehören zur Wiener Szene, die sich durch Offenheit und Skurrilität auszeichnet. Die Mischung findet man auch auf dieser unterhaltsamen Scheibe. Verstärkt um Thomas Lang, einst Schlagzeuger bei Falco, spielen sie Haydns Kaiserquartett (bekanntlich Grundlage der deutschen Nationalhymne) und singen darüber einen monotonen Männerchor mit allem, was Gott erhalten möge, bis hin zum Kaiserschmarrn. Dann lassen sie es krachen. Mit orientalischen Harmonien beginnt das „Globalisierungswienerlied“ über einen Scheich. „Mit letzter Kraft“ ist eine Turbopolka, in der die Vier mit dem Bassisten Georg Breinschmid als Motor musikalisches Material verwursten, wie es kommt, bis zu Beethovens „Für Elise“. Mit dem Fagottisten Milan Turkovic tastet das Quartett sich an Astaires „Puttin' On The Ritz“ heran – auf der Zielgeraden swingt „Super-Dooper“ mächtig. „Rosa“ kommt als Minimal-Music daher, die „Ofentüre“ steckt trotz ihres ironischen Titels voll mit Schubert-Pathos. Und allein die Sprachspielereien, die Angelika Kirchschlager mit der „Nachttischlampe“ anstellt (sie entdeckt die „Schlampe“ im Möbel), lohnt die Anschaffung dieser CD.

Quelle: wa.de

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