Neue CD: Jürgen Friedrich: Monosuite

Jürgen Friedrich: Monosuite (Pirouet). Das scheint eigentlich aus der Mode gekommen zu sein, die Koppelung eines Streichorchesters mit einem Jazzquartett.

Doch in seiner „Monosuite“ geht der Kölner Pianist Jürgen Friedrich das Thema an, als habe er das Format erfunden. Dabei gab es das alles schon einmal, bei Gunther Schullers „Third Stream“ in den 1950er Jahren. Auch Friedrich setzt in den Orchesterparts Techniken der Klassik ein, das klingt dann nach Samuel Barber und Benjamin Britten, gut durchlüftete, feine Streicher-Klangflächen. Und „Chacaglia“ spielt ja schon im Titel mit den alten Tanzformen Chaconne und Passacaglia, die Komponisten von Monteverdi bis Bach gern nutzten. Hier beginnt Schlagzeuger John Hollenbeck hinreißend polyrhythmisch, ehe die Streicher übernehmen. Aber die beiden Teile des Projekts stehen nicht unverbunden nebeneinander, sondern werden stimmig ineinandergefügt. Bei „Ritual“ hat John Hébert ein dreiminütiges Basssolo, ehe die Streicher einsetzen mit rhythmisch pointiertem Pizzicato-Spiel. Der längste Satz, „Loops“, wechselt zwischen freien, schroffen Klangballungen und swingenden Passagen. Die ebenso ambitionierte wie gelungene Komposition überzeugt auch dank den großartigen Solisten: Den Pianopart übernahm Friedrichs Kollege Achim Kaufmann, das Saxophon spielt Hayden Chisholm. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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