Neue CD: James Brandon Lewis: Days Of Freeman

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James Brandon Lewis: Days Of Freeman

James Brandon Lewis: Days Of Freeman (Okeh/Sony). Das Titelstück intoniert der Saxophonist James Brandon Lewis zunächst wie eine alte Ellington-Ballade, sentimental und weich.

Umso größer der Schock, wenn Jamaladeen Tacuma, einst Weggefährte Ornette Colemans, den E-Bass knallen lässt, Rudy Royston trockene Hip-Hop-Grooves trommelt. Funk trifft Free Jazz. Und dann rappt Supernatural. Lewis, geboren 1983 in Buffalo, New York, liebt die reduzierte Strenge des Saxophon-Trios. „Days Of Freeman“, sein drittes Album, ist von allem etwas: Da gibt es Hommagen an seine Mutter, die Gospelsängerin („Bird Of Folk Cries“), an seinen Vater („Lament for JLew“) und an das NBA Basketball-Team seiner Geburtsstadt („Buffalo Braves“). Und die mütterlichen Ansagen bei den Zwischenspielen („Bleibe im Leben immer du selbst.“) stammen von seiner Großmutter Pearl. Dann arbeitet er die Geschichte der schwarzen Musik auf. „Black Ark“ geht zurück auf eine Quelle des Hip-Hop, die Dub-Rhythmen des jamaikanischen Produzenten Lee Scratch Perry. Auf „Able Souls Dig Planets“ arbeitet er mit James-Brown-Riffs. Die melodiesatte Ballade „Bamako Love“ stammt vom großen Trompeter Don Cherry. Und schließlich ist es natürlich ein politisches Statement, die Freiheit schon im Albumtitel zu führen. Atemlose Melodiebögen, Flatterzunge, Vibrato, percussive Staccati: Lewis ist ein großartiger Saxophonist, der mühelos ein ganzes Album abwechslungsreich gestaltet. Er hat schließlich etwas zu sagen. Black Power 2.0., kraftvoll und großartig. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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