Neue CD: Eberhard Weber: Résumé

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Eberhard Weber: Résumé (ECM/Universal). Was für eine faszinierende Idee: Der Jazz-Bassist Eberhard Weber hat für „Résumé“ eigene Soli als Ausgangsmaterial für eine Art musikalischen „Director's Cut“ genommen.

Was er bei Konzerten der Jan Garbarek Group zwischen 1990 und 2007 improvisierte, das wurde nun zum Rohmaterial neuer Musik. Diese Art des Recyclings kennt man aus der Reggae- oder Hip-Hop-Szene. Im Jazz ist es eher ungewöhnlich. Weber formt seine Soli um zu neuen Kompositionen, legt zum Beispiel Keyboard-Klänge oder zusätzliche Basslinien darüber. Schon was er im Konzert spielte, war ja verdichtet, durch seine Virtuosität, aber auch durch den Einsatz von Effektgeräten wie Delay. Auf einigen Stücken unterstützen ihn Garbarek am Saxophon und der Schlagzeuger Michael DiPasqua. Das Ergebnis ist eine intensive, meistens getragene, überraschend abwechslungsreiche Musik, die manchmal einen unaufdringlichen Swing erhält, zum Beispiel in „Lazise“. Das Dutzend Tracks sucht – entgegen dem Titel – nicht die Rückschau, sondern lässt uns dem Dialog lauschen, den Weber sozusagen mit seinem früheren Ich führt. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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