Neue CD: China Moses: Nightintales

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China Moses: Nightintales

China Moses: Nightintales (MPS Records/Edel). Schon die ersten Zeilen von „Running“ setzen den Hörer unter Strom. China Moses gibt Gas, ihre Stimme mit dem dunklem Timbre erhebt sich in Höhen, elektrisiert, auf einmal mit Schärfe.

Ja, sie rennt immer weiter, eine Hymne des Optimismus und des Durchhaltens, wunderbar orchestriert, zwischendurch in einem ironischen Opernton. Hinreißend. Es folgen zehn weitere Songs, und keiner ist weniger toll. China Moses (39), Tochter der Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater und des Filmemachers Gilbert Moses, in Los Angeles geboren, in Paris lebend, bewegt sich leichtfüßig zwischen Soul und Jazz. Auf „Nightintales“ arbeitet sie mit dem Produzenten Anthony Marshall, aber hier ist nichts popmäßig weichgespült oder geglättet. Ihre ungemein wandelbare, ausdrucksfähige Stimme, die von naiv bis abgekocht alle Emotionen bereithält, steht ganz im Mittelpunkt dieser Produktion. Da beschwört sie Leidenschaft in „Put It on The Line“, sie hat in „Whatever“ den großen Balladenton drauf, und wenn sie in „Nicotine“ die Sucht besingt, ist das großes Drama, Baby. Und in „Hungover“ zelebriert sie den Blues, allein, wie sie da Pausen setzt, immer präzise im Triolen-Groove, das macht ihr so schnell keiner nach. Große Gesangskunst. Live zu erleben beim Jazzfest Bonn (13.5.), Musik Kontor Herford (14.5.), Unterfahrt München (17.5.), domicil Dortmund (1.6.), Kultur im Zelt, Braunschweig (14.9.). -  Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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