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Chris Potter Underground Orchestra: Imaginary Cities (ECM/Universal). Ein Orchester im klassischen Sinn ist das Chris Potter Underground Orchestra nicht. Der US-Saxophonist hat sein Quartett erweitert um zwei Bassisten, den Vibraphonisten Steve Nelson und ein Streichquartett.

(ECM/Universal). Ein Orchester im klassischen Sinn ist das Chris Potter Underground Orchestra nicht. Der US-Saxophonist hat sein Quartett erweitert um zwei Bassisten, den Vibraphonisten Steve Nelson und ein Streichquartett.

Das beginnt als neoromantische Kammermusik im „Lament“, mit verhangenen, schwermütigen Melodien.

Aber die vierteilige Suite, die dem Album den Titel gibt, deckt ein breiteres Spektrum ab. Da bietet Potter im ersten Satz treibenden, überwiegend nicht-elektrifizierten Fusion-Jazz. Er selbst hängt sich voll in ein expressives, wuchtiges Sax-Solo in der Brecker-Nachfolge voller Glissandi, vollgestopften Akkordbrechungen, Überblas-Effekten. Gitarrist Adam Rogers kühlt in seinem Solo die Stimmung etwas ab. Der zweite Satz beginnt mit Pizzicati der Streicher und Marimba, in der Stimmung zwischen Benjamin Britten, Afrobeats und Lalo Schifrin, und wenn das Orchestra erst einmal in Fahrt ist, denkt man an den Soundtrack zu einer Verfolgungsjagd. Der dritte Teil arbeitet mit Klanglandschaften, bietet weitschwingende freie Improvisationen ohne rhythmische Fixierung. Am Ende mündet die Suite wieder in die Fusion-Gefilde. Gut 36 Minuten großartige Musik, die sich Zeit lässt für Steigerungen und Abwechslung. Es gibt außerdem noch das schön groovende „Firefly“. In „Shadow Self“ wandelt das Streichquartett drei Minuten auf den Spuren von Bartok und Schostakowitsch, da kommt Potter dem Crossover am nächsten, das man bei der Besetzung vermuten könnte. Konsequent, überzeugend. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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