Neue CD:

Jacob Young: Forever Young (ECM/Universal). Beim Probehören sollte man mit „Bounce“ beginnen. Die Ballade setzt mit einem verhalten, aber unwiderstehlich rockenden E-Gitarren-Riff ein, auf dem das Tenorsaxophon wunderbar hymnisch singt.

(ECM/Universal). Beim Probehören sollte man mit „Bounce“ beginnen. Die Ballade setzt mit einem verhalten, aber unwiderstehlich rockenden E-Gitarren-Riff ein, auf dem das Tenorsaxophon wunderbar hymnisch singt.

Das alles im vollendet transparenten ECM-Klang. Jacob Young, 1970 geboren, lebt in den USA, stammt aber aus Norwegen. Er studierte unter anderem bei Jim Hall und John Abercrombie, und das ist unüberhörbar im Solo bei „Bounce“, der wenig verzerrte, etwas verhallte Sound, der erzählerische Duktus, der Virtuosität nicht ausstellt, sondern sich ans melodische Material hält. Sein drittes Album beim Label nahm Young mit seinem Studienfreund Trygve Seim am Saxophon sowie mit dem Trio des polnischen Pianisten Marcin Wasilewski auf. Das Ergebnis ist feinsinniger, dezenter, aber dabei packender Kammerjazz, überwiegend balladenhaft, aber doch auch rhythmisch pointiert. Ein Titel wie „Theresa’s Gate“ hat einen unverkennbaren Anflug von Latinjazz, „We Were Dancing“ hingegen schlägt wieder die Brücke zu Rock. „1970“ knüpft an die Musik in Youngs Geburtsjahr an, das in Akkorden vorgetragene Thema ist von Chick Coreas „Return To Forever“ inspiriert. Diese Platte gewinnt bei jedem Wiederhören noch an Reiz. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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