Lyrik digital

Iris Schmidt liest bei der „Langen Nacht der Lyrik“ des Verlags Schöffling & Co.

Iris Schmidt liest bei der „Nacht der Lyrik“ des Frankfurter Verlags Schöffling & Co.
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Iris Schmidt liest bei der „Nacht der Lyrik“ des Frankfurter Verlags Schöffling & Co.

70 Lyrikerinnen und Lyriker lesen auf der „Langen Nacht der Lyrik“ des Frankfurter Verlags Schöffling & Co. Iris Schmidt aus Hamm ist dabei.

Hamm – Auch für Gedichte gibt es in der Corona-Pandemie mehr Zeit. Wer auf Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten aufmerksam geworden ist, der hat heute die Gelegenheit, Lyrik zu hören. Der Frankfurter Verlag Schöffling und Co. lässt Lyrikerinnen und Lyriker zu Wort kommen. In einer „Langen Nacht der Lyrik“ werden am Freitag, ab 18 Uhr, Gedichte vorgestellt, die im „Jahrbuch der Lyrik 2021“ zu finden sind. In einer Live-Veranstaltung auf dem facebook-Kanal des Verlags tragen die Autorinnen und Autoren die eigenen Werke vor, aber auch Lieblingsgedichte früherer Jahrgänge, die sie sich ausgesucht haben. Denn „Das Jahrbuch der Lyrik“ wird seit 40 Jahren publiziert, ist eine Institution in der Lyrik-Szene und im März zum 35. Mal erschienen.

Mit dabei ist Iris Schmidt. Die Hammer Schriftstellerin, die Romane („Höllenkinder“) und Kurzgeschichten schreibt, hatte 2020 erste Gedichte verfasst und an den Verlag Schöffling und Co. gesandt. Ihr dreistrophiger Text „Hundeskamille“ wurde für das Jahrbuch ausgewählt. Es geht in den emphatischen Zeilen um Kindheit und das Schicksal von Bergarbeiterfamilien. Mit der Hundskamille nennt Iris Schmidt eine Pflanze, die nicht duftet, und deshalb als Bild für eine trügerische Hoffnung und ein vergebliches Glück steht. Vieles hat sich für den Bergmann nicht eingelöst, bei allem was das Dasein im Ruhrgebiet ausgemacht hat: „Ruß und Staub“, die „Zeche“ und der „Tod“.

Von Christoph Wenzel (41) sind zwei Gedichte im Jahrbuch zu lesen. In „Angstgärten“ greift er einmal mehr Szenen aus seiner NRW-Heimat auf. Er hinterfragt „Nutzschichten“, die vor dem eigenen Haus ausgebracht werden und eine Unsicherheit der Menschen in ihrem Selbstverständnis belegen. Hinter allem macht der Dichter eine enge Ordnung aus. Wenzel, in Hamm geboren, lebt in Aachen und hat mehrere Gedichtbände („lidschluss“, 2015) veröffentlicht. Er ist immer wieder im Jahrbuch vertreten, wird diesmal aber nicht lesen.

Die Herausgeber Christoph Buchwald und Carolin Callies wählten im vergangenen Jahr aus Gedichten von über 600 Gedichteschreibern aus. 145 von ihnen finden sich nun mit ihren Texten im „Jahrbuch der Lyrik“. Weil Buchwald nach 40 Jahren die Herausgeberschaft an Matthias Kniep (Berlin) übergibt und damit eine Ära in der Szene endet, fällt die Online-Lesung des Schöffling-Verlags so ausladend aus. Sieben Stunden sind geplant, 70 Lyrikerinnen und Lyriker wurden angekündigt. Jeder Lese-Slot ist mit fünf Minuten angesetzt. Iris Schmidt liest um 18.45 Uhr „Hundeskamille“ und das Gedicht „Gesang eines Fahrrads“ von Markus Henn. Der Verlag zeichnet alle Lesungen auf und wird die gesamte Veranstaltung später auf YouTube einstellen.

Freitag, ab 18 Uhr;

www.facebook.com/events/5157972624276636.

Oder www.facebook.com/schoefflingverlag und herunterscrollen.

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