Museen locken 2014 mit großen Kunstausstellungen

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Im Herbst im Folkwang in Essen ausgestellt: Vincent van Goghs Gemälde „Sämann bei Sonnenuntergang“ (1888). Museum

Von Ralf Stiftel HAMM - Kein Jahr ohne ansprechende Ausstellungen. Selbst 2013 bot dem Kunstfreund einiges, das eine Reise lohnte. Das neue Jahr prunkt wieder mit großen Namen in den Museen an Rhein und Ruhr. Hier eine Auswahl aus den Planungen.

J In Münster wird am 20. September das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte nach mehrjährigem Umbau wiedereröffnet. Gefeiert wird das neue Haus mit einer großen Ausstellung moderner britischer Kunst: „Das nackte Leben. Von Bacon bis Hockney. Malerei in London von 1950 – 1980“ (8.11.–22.2.2015). Neben den beiden Stars im Titel sind auch Werke von Richard Hamilton, Lucian Freud und anderen zu sehen.

- In Hagen widmet das Karl-Ernst-Osthaus-Museum dem Jubiläum des Jahres eine große Schau. „Weltenbrand Hagen 1914“ (18.5.–10.8.) dokumentiert den Einschnitt, den der Weltkrieg für die Stadt bedeutete, die gerade aufblühte.

- Auch das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal zeigt eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Die Schau „Das Menschenschlachthaus. Der Erste Weltkrieg 1914–1918 in der französischen und deutschen Kunst“ (8.4.–27.7.) präsentiert Werke u.a. von Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Pierre Bonnard, Maurice Denis und anderen, in denen gezeigt wird, wie diese Künstler den Krieg wahrnahmen. Im Herbst gibt es eine große Werkschau zu „Camille Pissarro – Vater des Impressionismus“ (14.10. – 22.2. 2015), in der das Gesamtwerk des franzöischen Malers mit rund 70 Werken umrissen wird.

- Auch das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund weicht dem Datum nicht aus. „An der ,Heimatfront’ – Westfalen im Ersten Weltkrieg“ (7.6.–3.8.) heißt eine Schau im Studio mit Fotos, Feldpostbriefen, Tagebüchern. Klassiker der Karikatur und des Cartoons sind in der Schau „Meister der Komischen Kunst“ (29.6.–31.8.) zu sehen, populäre Zeichner wie Kurt Halbritter, Marie Marcks, Chlodwig Poth, Hans Traxler, F. K. Waechter. Gegenwartskunst zeigt das Museum Ostwall im U. Das Künstlerduo Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt baut für „Körpermaumau“ einen 500 Quadratmeter großen Erlebnisraum mit Skulpturen und Installationen auf (5.4.–28.9.). Eine große Schau folgt im Herbst: „Arche Noah – Tier und Mensch in der Kunst der Moderne bis zur Gegenwart“ (November bis März 2015) umreißt das Thema ausgehend von August Mackes Gemälde „Der Große Zoologische Garten“ (1913).

- Einem aktuellen Anlass stellt sich das Landesmuseum für Klosterkultur in Dalheim. Die Schau „Im Fußballhimmel und auf Erden“ (Mai bis Oktober) zeigt verblüffende Schnittmengen zwischen dem Sport und der Kirche.

- Auch die Kunsthalle in Bielefeld nimmt 1914 als Bezugspunkt einer großen Ausstellung. „Das Glück in der Kunst – Expressionismus und Abstraktion um 1914“ präsentiert Werke der Sammlung Bunte. Im Zentrum steht der Bielefelder Expressionist Hermann Stenner, der im Dezember 1914 an der Ostfront starb und nur fünf Jahre hatte, um sein Werk zu entfalten.

- Ein breites Themenspektrum deckt das Museum Folkwang in Essen ab. Gleich zum Jahresbeginn stellt das Haus das schillernde Multitalent Karl Lagerfeld vor. Die Schau „Parallele Gegensätze“ (15.2.–11.5.) präsentiert seine Aktivitäten in Fotografie, Buchkunst und Mode. Eine große Schau mit Meistern der klassischen Moderne ist im Herbst geplant: „Inspiration Japan“ (27.9.–18.1.2015) behandelt den Einfluss japanischer Holzschnitte und Lackmalerei auf Künstler wie van Gogh, Gauguin und Monet.

- Überaus populär gibt sich die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Den Anfang macht die große Werkschau „Andy Warhol – Pop Artist“ (19.1.–18.5.), die speziell aufbereitet, wie sich der US-Künstler mit den Massenmedien und der Werbung auseinander setzte. Der bedeutenden Magnum-Fotografin Eve Arnold widmet das Haus anschließend eine Hommage (25.2.–7.9.). Und im Herbst zeichnet die umfassende Schau „Streich auf Streich“ 150 Jahre deutschsprachiger Comic-Geschichte nach, angefangen bei Max und Moritz.

- Und wieder 1914: Das Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg lädt 15 internationale Künstler ein, sich mit Lehmbrucks Skulptur „Gestürzter“ auseinanderzusetzen, einem Schlüsselwerk zur Zeit des Kriegsausbruchs, ein Gegenbild zum Heldenideal: „Zeichen gegen den Krieg“ (11.9.–7.12.). Welches Menschenbild entwerfen heute Marina Abramovic, Harun Farocki, Danica Dakic und andere? Das Museum Küppersmühle zeigt zwei wichtige Vertreter der Nachkriegskunst, zunächst die Berliner Retrospektive auf K. O. Götz (21.3.–15.6.), dann Willi Baumeister (4.7.–Oktober).

- Düsseldorf feiert wieder die Quadriennale. Die Kunstsammlung präsentiert eine große Schau zur Entwicklung der Abstraktion: „Der weiße Abgrund Unendlichkeit“ mit Hauptwerken von Kandinsky, Malewitsch und Mondrian (5.4.–6.7.). Das Museum Kunstpalast steuert „Das Geheimnis der Verwandlung“ (5.4.–10.8.) bei, eine Schau über Alchemie und Kunst mit Werken von Jan Breughel d.Ä., Dürer, Rembrandt, Max Ernst, Beuys und anderen.

- Auch Köln wartet mit faszinierenden Ausstellungen auf. Das Wallraf Richartz Museum sucht in „Liebermanns Rasenbleiche“ (7.3.–15.6.) nach der verschwundenen Wäscherin. Das Museum Ludwig zeigt „Ludwig goes Pop“ (2.10.–11.1.2015): In einer wohl kaum wiederholbaren Dichte werden rund 150 Werke von Lichtenstein, Rauschenberg, Segal, Johns, Wesselmann aus den verschiedenen internationalen Ludwig-Museen an den Rhein geholt. Und das Museum Schnütgen zeichnet im Herbst Mythos, Kunst und Kult um die „Heiligen Drei Könige“ nach (25.10.–25.1. 2015).

- Große Ausstellungen hat die Bundeskunsthalle in Bonn im Angebot. Im Frühjahr spiegelt das Haus in „Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde“ (11.3.–22.6.) umfassend das Schaffen des Künstlers zwischen Abstraktion und Figuration. An der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft steht die Schau „Outer Space“ (3.10.–22.2.2015), die das Thema Weltraum mit Werken u.a. von Peter Paul Rubens, aber auch mit Fotos von Weltraummissionen darstellt.

Quelle: wa.de

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