Marion Meyers Biografie „Pina Bausch. Tanz kann fast alles sein“

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Pina Bausch 1966

Von Achim Lettmann In der Spielzeit 2013/14 steht der 40. Jahrestag des Tanztheaters Pina Bausch an. Der Name der großen Choreografin (1940–2009) erinnert an eine kulturelle Ära, die in Wuppertal Vergangenheit ist. Allerdings wollen die Compagnie, die von dem Tänzer Lutz Förster geleitet wird, und die Stiftung mit Bauschs Sohn Salomon und Roland Kay, Bauschs Partner, das unverwechselbare Tanztheater lebendig halten.

Auch die Monografie von Marion Meyer über „Pina Bausch. Tanz kann fast alles sein“ (Bergischer Verlag) ist ein Baustein dieser Erinnerungskultur. Die Journalistin, geboren in Wuppertal, schrieb das Buch aus dem Gefühl, etwas Außerordentliches verloren zu haben, aber gleichzeitig vergewissert sie sich der emphatischen Bühnenerlebnisse, der tänzerischen Arbeit, der Menschen, die mit Bausch zusammen arbeiteten, und der Bewegungssprache, die in der Werkgeschichte Bauschs fortgeschrieben wurde.

Das Buch ordnet nach dem überraschenden Krebstod Pina Bauschs im Juni 2009 die kulturelle Leistung der Choreografin und schließt die Biografie auf. Marion Meyer schreibt nicht aus der Loge des Kulturkritikers. Vielmehr erfasst sie die Entwicklung Pina Bauschs. Die Tanzstücke am Opernhaus waren in den 70er Jahren ein Politikum, so vehement wehrte sich das Establishment gegen die neuen Schrittfolgen ohne Ballettröckchen. Marion Meyer verfolgte jahrelang die ästhetische Arbeit der Bausch-Compagnie. Dazu kommt ihre detaillierte Recherche, die das Leben und die Absichten der Tänzerin und Choreografin klar und ohne Mythenbildung darstellt.

Wer sich also informieren will, hat mit dem Buch „Pina Bausch“ ein Lesebuch und Nachschlagewerk zu gleich. Es sind alle Produktionen aufgeführt, neben den Lebensdaten schafft ein Personenregister Orientierung, Fußnoten belegen Infos und machen Einschätzungen transparent. Auch vier Interviews mit Tänzerinnen und Tänzern zählen dazu.

Wer selbst Aufführungen des Tanztheater Wuppertal gesehen hat, kann die Produktionen einordnen. Marion Meyer führt einen nochmal zur täglichen Probe mit Pina Bausch. „Mich interessiert die Persönlichkeit“ war ein Grundsatz ihrer choreografischen Arbeit.

Marion Meyer: Pina Bausch. Tanz kann fast alles sein. Bergischer Verlag, Remscheid. 224 S., 104 Sch/w- u. Farbfotos. 19,80 Euro. Von Walter Vogel, dem Düsseldorfer Fotografen, erscheint am 19. August ein Foto-Band im Bergischen Verlag: „Pina“.

Quelle: wa.de

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