Linkin Park begeistert in Köln mit einem Hochenergie-Auftritt

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Tobt über die Bühne in der Kölner Lanxess-Arena: Sänger Chester Bennington von Linkin Park.

Von Boris Baur KÖLN - Chester Bennington steigt auf die Monitorbox am Bühnenrand, nimmt sein Mikrofon fest in beide Hände und brüllt den 16000 Fans mit bebendem Körper ein „Guilty all the same“ entgegen. Schon mit dem ersten Lied haben die US-Metaller von Linkin Park das Publikum die ausverkauften Lanxess Arena in Köln in eine einzige jubelnde und springende Masse verwandelt. Gut 100 Minuten lang werden sie dem Publikum kaum eine Verschnaufpause geben.

Die erste Single-Auskopplung aus dem der Tour ihren Namen gebenden Album „Hunting Party“ bildet den Auftakt für die Mischung aus Metal, Rap und Elektro, mit der das Sextett aus Los Angeles in den vergangenen 15 Jahren zu einer der größten modernen Rockbands geworden ist. Linkin Park verzichtet auf die großen Stadiongesten. Sänger Bennington tanzt zwar ausgelassen über die Bühne, redet bis auf ein „Thank you“ allerdings kaum, während sich der zweite Mann am Mikro, Rapper, Rhythmusgitarrist und Keyboarder Mike Shinoda, ebenfalls auf wenige Songankündigungen und Anfeuerungsrufe beschränkt. Dafür sind die beiden ihren Fans ganz nah. Schon beim zweiten Stück „Given up“ springt Bennington mit einem mächtigen Satz von der Bühne auf den vorgelagerten Steg, klatscht enthusiastisch mit den vorderen Reihen ab. Szenen, die sich mehrfach wiederholen. Shinoda lehnt sich später bei „In the End“ mit dem ganzen Körper ins Publikum, hält den Zuschauern das Mikro hin. Der Saal stimmt lautstark die Refrains an.

Die Lieder hat die Band verdichtet. Die melodiös tragenden Intros, die die neuen Linkin-Park-Werke auszeichnen, verschwinden, die älteren Songs werden selten ausgespielt. Nach dem treibenden Auftakt folgen „With you“ und „One step closer“, zwei Mitsingnummern aus dem Debütalbum „Hybrid Theory“, bei denen Bennington seinen beeindruckend flexiblen Gesang aus Shout-Einlagen, fast choralen Klängen sowie den im Wechsel mit den von Shinoda gerappten Strophen voll ausspielt.

Die Amerikaner wechseln munter durch die Stile. Dem stark in Richtung Metal gehenden „Rebellion“, eines von fünf Liedern der neuesten Platte setzen sie „Papercut“ entgegen. Erst können sich Gitarrist Brad Delson, Bassist David Farrell und Schlagzeuger Rob Bourdon richtig ausleben, dann rückt Shinodas Keyboard in den Vordergrund.

Doch Linkin Park schlägt auch ruhigere Töne an. Eingeläutet vom weichen „Castle of Glass“ fährt die Band die harte Töne herunter. Bei dem von Shinodas Klavierspiel getragenen Medley aus den kurz angespielten „Leave out all the rest“, „Shadow of the day“ und „Iridescent“ leuchten in der Halle die Handy-Lichter auf. DJ Joe Hahn mit einem reinen Elektro-Solo die folgenden Minuten. Es wird der einzige Moment, in dem es in der Halle ruhiger wird. Die Fans sind weniger für Techno-Beats denn für Gitarrenriffs gekommen.

Immerhin versteht es die Band geschickt, nicht nur in dieser Phase Bennington Pausen zu verschaffen, ohne die Show zu unterbrechen, so dass der Frontmann bis zum Ende seinen kraftraubenden Gesang durchhält.

Über „Numb“, bei dem Shinoda, der auf Bühne immer zwischen vorderster Front und seinem Keyboard im Hintergrund hin und her wechselt, auch gleich noch den „Encore“-Part aus der gemeinsamen Nummer mit Rapper Jay-Z übernimmt, steigert sich Linkin Park langsam mit den Klassikern „Somewhere I belong“, „In the end“ und „Faint“ dem von den Fans gefeierten ersten Finale entgegen.

Der Hit „Burn it down“ läutet die 20-minütige Zugabe – unter anderem mit den Mitsingnummern „New Divide“ und What I’ve done“ – ein, ehe sich Bennington zu den lange auswabernden Keyboard-Klängen von „Bleed it out“ in umgeschlungener Deutschland-Fahne und mit Handkuss als Letzter vom Kölner Publikum verabschiedet.

9. November Oberhausen. Königs Pilsener Arena

www.linkin-park.de

Quelle: wa.de

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