Lehmbruck-Museum Duisburg renoviert

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Ein schöner Bau für Kunst, auch mit Beton. Blick ins renovierte Lehmbruck-Museum Duisburg. ▪

Von Ralf Stiftel ▪ DUISBURG–Das Lehmbruck-Museum in Duisburg bekennt Farbe. In zweimonatiger Arbeit wurden Einbauten entfernt an dem 1964 eröffneten Bau, den Manfred Lehmbruck, der Sohn des Künstlers, geplant hatte. Nun zeigen die Wände wieder ihre Materialität: Beton, Ziegel und Kieselstruktur. Auf diesem Grund sehe in Pechstein, ein Klee toll aus, meint Museumsdirektor Raimund Stecker. Nun wird das Konzept des Architekten wieder deutlich, der eine Durchdringung von Natur und Kunst mit großzügigen, wandhohen Fensterpartien vorgesehen hatte.

Zugleich wurde die Sammlung neu geordnet und eine Reihe thematischer Ausstellungen eingerichtet. Es gibt an prominenter Stelle eine Abteilung mit Werken von Joseph Beuys, gruppiert um seinen „Raum 90 000 DM“. Im Lehmbruck-Trakt sind nun die figürlichen Werke der Sammlung zu sehen, vor allem die Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck. Die Präsentation wurde wesentlich erweitert, und man sieht auch eine neue Dauerleihgabe, den „Roten Beton“ von Olaf Metzel. Mit dem Werk erinnert der Künstler an den Tod eines Demonstranten in Berlin 1981.

Luftig und leicht sind im Ausstellungssaal abstrakte Werke amerikanischer und europäischer Kunst im Dialog zu sehen. Und ein weiteres Kabinett ist den „Trashstones“ von Wilhelm Mundt gewidmet. Eine ganze Werkgruppe dieser Arbeiten hat der Freundeskreis des Museums angekauft, sie werden dem Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. In den glatten, runden Steinen mit der Anmutung von Findlingen schließt der 1959 in Grevenbroich geborene Künstler anorganischen Müll, auch unverkaufte eigene Werke ein: Kunst als Entsorgung.

Eine weitere Schau präsentiert kubistische Gemälde der Sammlungen der Telefónica. Der spanische Telekommunikationskonzern besitzt 2000 Kunstwerke. 44 Bilder, darunter allein elf von Juan Gris, sind nun im Dialog mit zeitgleichen Skulpturen der Museumssammlung von Picasso, Lipchitz, Zadkine und anderen zu sehen. ▪ sti

Eröffnung am Samstag mit einem Museumsfest ab 13 Uhr, Musik von Frank Köllges.

di – sa 11 - 17, so 10 – 18 Uhr,

Tel. 0203/ 283 32 94

http://www.lehmbruckmuseum.de

Quelle: wa.de

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