Der Kunstverein Arnsberg zeigt Arbeiten der August-Macke-Preisträgerin Kerstin Brätsch

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Die Künstlerin Kerstin Brätsch steht im Kunstverein Arnsberg an ihrem Bild „Hallo Vitamine“ (2014).

Von Marion Gay ARNSBERG - Die Münder sind weit aufgerissen und voller Zähne, die Augen fallen fast aus dem Kopf. Die Gesichter auf den Bildern von Kerstin Brätsch sind wilde Hexenfratzen, zu sehen im Arnsberger Kunstverein.

Die in New York lebende Künstlerin erhielt 2014 den August-Macke-Preis für Malerei. Der Preis wird im dreijährigen Turnus vom Hochsauerlandkreis vergeben und ist mit 20 000 Euro und einer Ausstellung in Arnsberg dotiert. Da Brätsch zeitgleich eine Einladung für eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in München annahm, zeigt die Schau „Kerstin Brätsch with Mount Trailer“ neben aktuellen Gemälden der Künstlerin auch Werke ihrer Studenten. Insgesamt sind es 22 Bilder, Videos, Installationen und Performances.

Die 1979 in Hamburg geborene Künstlerin, die unter anderem 2011 auf der Biennale in Venedig vertreten war, ist vor allem Malerin, arbeitet aber gern grenzüberschreitend mit Vertretern anderer Künste zusammen. So stellt sie seit 2007 unter dem Namen „Das Institut“ gemeinsam mit Adele Röder aus, seit 2010 als KAYA mit Debo Eilers. Außerdem arbeitet sie mit der Schweizer Glasmalerwerkstatt GlasMäder und dem Marmorierer Dirk Lange zusammen. Ihr Konzept ist, keine reine Studiomalerei zu betreiben, sondern sich in verschiedene Richtungen zu öffnen und das Kollektive vor das Individuelle zu stellen.

In ihren aktuellen Arbeiten widmet sie sich der Glasmalerei und auch der traditionellen Technik des Marmorierens. Neuland für sie und „ein bisschen ein gefährlicher Ansatz“, wie sie über ihren Drang, immer wieder neue Techniken auszuprobieren, sagt. Das Marmorieren selbst sei eine Art Alchemie, die Herstellung der Farben geschehe nach alten Geheimrezepten, die nicht verraten werden dürften.

Auf überdimensionalen Papierformaten scheinen die Farben zu fließen, fast zu brodeln. Inmitten der grauen Farbschlieren öffnen sich rot-gelbe Flächen wie Lavaeruptionen. Die Serie bezieht sich auf die Legenden um die hawaiische Vulkangöttin Pele, auch zu sehen mit Birnen-Nase im Glasmalerei-Bild „pear nose Pele“ (2014). Das Gesicht zur Grimasse verzerrt, die gelben Hände vor dem Kinn fuchtelnd.

Die meisten der ausgestellten Arbeiten sind Ergebnis von „Mount Trailer“, einer Reise von Brätsch und ihren Studenten zur Allgäuer Lenzenberghütte zu Jahresbeginn. Unter dem Thema „Karneval und Maskierungen“ entstanden an einem langen Wochenende Werke und Aktionen, die sich mit Identitätsfragen auseinander setzen. Man verkleidete sich und beschäftigte sich mit alten Ritualen wie etwa dem „Pärchenlauf“, thematisiert auf einem Bild von Brätsch, das zwei hexenartige Wesen nebeneinander zeigt.

Parallel wird im Lichthaus Arnsberg die Einzelausstellung „The Portal TV“ von Dennis Rudolph präsentiert. Der Berliner Künstler verwandelt das Ausstellungsforum in ein Filmstudio, das sich dem Sehnsuchtsland Kalifornien unter dem Motto „Paradies oder Hölle?“ widmet.

Eröffnung 10. Mai, 11 Uhr

Bis 28. Juni

Mi - Fr 17.30 – 19 Uhr, So 11 bis 15 Uhr,

Tel. 02931/ 21122

www.kunstverein-arnsberg.de

Quelle: wa.de

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