Kunstjahr 2011 in NRW: Ausstellungen der Museen

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Emil Nolde malte das „Frauenbildnis (T)“ 1930 auf Sylt, zu sehen in der Hammer Ausstellung des Gustav Lübcke Museums. ▪

HAMM ▪ Es ist nicht zu übersehen. Das Ausstellungsjahr 2011 hat weniger hochkarätige Präsentationen zu bieten als das Kulturhauptstadtjahr. Das kann niemanden verwundern, denn nach diesem Kürlauf im Ruhrgebiet muss erstmal Luft geholt werden. Von Achim Lettmann

Auch in Düsseldorf wird das Kunstjahr 2011 nach der Kunst- und Galerie-Schau „Quadriennale“ etwas kleiner ausfallen. Außerdem hat es Veränderungen gegeben wie in Dortmund, wo das U als umgebaute Brauerei mehrere Institute beherbergt. Oder aber die Leitung eines Hauses ist vakant, wie inHagen, wo Alexander Klar das Emil-Schumacher-Museum verlassen hat. Es fehlt ein fixes Programm. Stattdessen gibt es eine „dynamische Dauerausstellung“ zu Werken Schumachers. Am 15. Februar startet „Die Genesis“. Einzelne Kapitel der Schau sollen immer wieder mit Arbeiten Schumachers erneuert werden. Im Herbst folgt eine Schau mit Werken Schumachers und Kunst aus Afrika.

Das Ostwallmuseum in Dortmund, das seit 2010 im Dortmunder U untergebracht ist, hat kein Jahresprogramm mehr wie in der eigenständigen Zeit am Ostwall. Bis 25. April ist noch die Schau „Bild für Bild“ aus dem Pariser Centre Pompidou zu sehen. Alle weiteren Planungen müssen mit dem künstlerischen Leiter des U, Andreas Broeckmann, abgesprochen werden. Der Hartware Medienkunstverein (HMKV) stellt im gleichen Haus „Barbara Breitenfellner“ in ihrer ersten Einzelausstellung vor (12.3. bis 15.5.). Vorausgesetzt, dass die Räume auf der 3. Etage des Dortmunder U fertiggestellt sind. Es folgen eine Gruppenausstellung mit polnischen Künstlern aus Torun (Gone to Croatan, 11.6. bis 14.8.) und zwei weitere Präsentationen.

Im Quadrat Bottrop wird nach dem fulminanten Jahr 2010 („Fotografien der Bechers“, „Ad Reinhardts letzte Bilder“) erstmal ein neuer Teppich verlegt, deshalb startet das Haus am 20. März mit der Schau „Malerei auf Papier. Josef Albers in Amerika“. 80 Papierarbeiten werden gezeigt, die zum Teil erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm schwelgt in den Farben Noldes: „Emil Nolde – Reiselust. Unterwegs in Deutschland, Spanien und der Schweiz“ ist die Sonderausstellung des Jahres (27. 3. bis 19. 6.). In der zweiten Jahreshälfte stellt der Museumsverein zum 125. Jubiläum seine Erwerbungen vor (ab 13. 11.), und die NS-Zeit in Westfalen wird ab 4. 12. zur Ausstellung.

Höhepunkt im Kunstmuseum Ahlen ist die Max-Pechstein-Schau. „Ein Expressionist aus Leidenschaft“ (10. 7. bis 11. 11.) Die Fotoserien von Annet van der Voort werden gezeigt (20. 2. bis 1. 5.) sowie die Glas- und Spiegelobjekte von Andreas Horlitz (13. 11. bis 5. 2. 2012).

Das Museum Folkwang in Essen hat zwei große Ausstellungen geplant: „Antje Dorn: Stuff“ (12. 3. bis 29. 5.) hebt auf die Warenwelt ab, und die Farbfotografien von Joel Sternfeld (16. 7. 23. 10.) markieren die USA seit 1970. In Duisburg „liebt“ das Lehmbruckmuseum seine Sammlung, so der Tenor in diesem Jahr. „Max Klinger: Von der herben Zartheit schöner Formen“ läuft vom 21. 1. bis 24. 4. Höhepunkt ist die Schau „100 Jahre Lehmbrucks ,Kniende‘ – Paris 1911“ (24.9. bis 22. 1. 2012). Das Museum Küppersmühle in Duisburg bietet in seiner Reihe zu den Professoren der Düsseldorfer Kunstakademie das Werk des Bildhauers Tony Cragg (24. 2. bis 13. 6.) Der Fotograf Hans-Christian Schink (1. 7. bis 3. 10.) präsentiert Fotoserien, die Schnittstellen von Natur und Zivilisation in der Landschaft aufzeigen. Außerdem wird die Küppersmühle durch die Schweizer Architekten Herzog & De Meuron erweitert. Die Eröffnung des Anbaus ist fürs Jahresende geplant und eine Schau (21. 10. bis 22. 1.) dazu.

Die Zeichnungen M.C. Eschers haben die Plakatkultur bereichert. Sein Lehrer war Samuel Jessurun de Mesquita. Er wird auf Schloss Cappenberg in Selm (6. 3. bis 5. 6.) ausgestellt. Cappenberg zeigt außerdem „Klaus Kütemeier – Ein Bildhauer unserer Zeit“ (19. 6. bis 25. 9.) und Käthe Kollwitz (9.10. bis 16. 1. 2012).

Das Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster feiert Blinky Palermo (28.2. bis 5.5.). Die Schau zu dem Beuys-Schüler (1943-77), geboren in Münster, konzenzentriert sich auf lichthafte, malerische Farben und zeigt 60 Bildobjekte. Mit Thomas Ruff stellt das Landesmuseum (25. 9. bis 8. 1. 2012) einen der großen zeitgenössischen Fotografen vor. Der Westfälische Kunstverein stellt im Landesmuseum „Angus Fairhurst“ (10. 6. bis 4. 9.) aus. Das Werk des „young british artists“ wird erstmals in Deutschland gezeigt. Das Picasso-Museum in Münster macht zwei Sonderausstellungen zu Pablo: „Im Rausch der Farbe“ präsentiert 100 Linolschnitte des Spaniers (19.3. bis 3. 7.) und „Picassos Kunst im Objektiv von David Douglas Duncan“ (15. 10. bis 15. 1. 2012) Fotos vom Meister. Die Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Münster fragt internationale Künstler in NRW nach ihrem Heimat-Begriff „Make yourself at home!“ (4. 6. bis 4. 9.).

Die Kunsthalle Bielefeld gastiert in der Bundeskunsthalle Bonn (28.1. bis 26. 3.) in der Reihe „Wichtige Sammlungen“. Vollständig ist die Sammlung dann im eigenen Haus (10. 7. bis 4. 9.) zu sehen. Außerdem wird die Sammlung Bischofsberger II (13. 3. bis 19. 6.) mit New Yorker Malern der 80er Jahre präsentiert. Und mit „Picasso 1905 in Paris“ (25. 9. bis 15. 1.) wird auf ein Wendejahr des Künstlers fokussiert.

Eine große Impressionismus-Schau gibt es dann doch noch. Das von-der-Heydt-Museum in Wuppertalwürdigt das Werk Alfred Sisleys (13. 9. bis 29.1.) und knüpft an seine publikumsreichen Ausstellungen der letzten Jahre an (Claude Monet, Bonnard).

Das Museum Ludwig in Köln eröffnet mit Gesellschaftsbildern der großen Fotografen Cecil Beaton, George Hoyningen-Huene und Horst P. Horst (2.2. bis 4.9.). Es folgt der US-amerikanische Bildhauer Joel Shapiro (26.2. bis 29.5.) und der Fotorealismus von Vija Celmins (Wüste, Meer und Sterne, 15.4. bis 17. 7.). Mit Picasso im fotografischen Porträt (ichundichundich, 24.9. bis 15. 1. 2012) wird das Genie des 20. Jahrhundert gefeiert.

In Düsseldorf bietet das K20 der NRW-Kunstsammlung ab 28. Februar „Thomas Struth – Fotografien 1978 – 2010“. Höhepunkt am Grabbeplatz ist „Die andere Seite des Mondes“. Künstlerinnen des Surrealismus, Dadaismus und Konstruktivismus aus den 20er und 30er Jahren werden vorgestellt (22. 10. – 15. 1. 2012).

Die BundeskunsthalleBonn zeigt eine große Schau zum deutschen Impressionisten Max Liebermann (21.4. bis 11. 9.). Außerdem den Lichtkünstler Heinz Mack (18.3. bis 10. 7.) und Afrika („Dogan“, ab 7. 10.)

Quelle: wa.de

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