Kulturministerin will Kunst von Portigon schützen

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Schützenswert: Henry Moores Skulptur „Stein Denkmal“ (1961/1969) im LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster.

Von Robert Vornholt DÜSSELDORF - NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) hat elf Kunstwerke, die dem WestLB-Nachfolgeunternehmen Portigon gehören, als national wertvolles Kulturgut unter Schutz gestellt. Dazu zählt auch die Skulptur „Toleranz durch Dialog“, die der baskische Künstler Eduardo Chillida für den münsterschen Rathaus-Innenhof angefertigt hat, eine Auftragsarbeit zum 1200. Geburtstag der Stadt. Der Verkauf aller Werke ins Ausland ist damit unterbunden worden.

Das Kulturministerium folgt damit der Empfehlung des Sachverständigenausschusses, der elf von zwölf zunächst begutachteten Portigon-Werken für die Eintragung empfahl. Folgende Werke sind davon betroffen: Zwei Bildtafeln von Giovanni di Paolo, Fritz Winters Gemälde „Nocturno“ und Henry Moores Skulptur „Working Model for Stone Memorial“, die als Dauerleihgaben im Landesmuseum Münster zu sehen sind. Außerdem stehen August Mackes „Gartenbild“, Dieter Roths Arbeit „Bananen unter Glas“, Fritz Königs „Große Flora D“, Max Ernsts „C’est déjà la 22ème fois que Lohengrin“ auf der Liste. Auch die beiden Stradivari-Violinen „Lady Inchiquin“ (die bis vor kurzem Frank Peter Zimmermann spielte) und „ExCroall“ sowie das Violoncello von Joseph Rocca bleiben vor einem Ausverkauf ins Ausland geschützt.

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans hatte argumentiert, dass im Zuge der Portigon-Abwicklung der Verkauf unvermeidlich sei. „Diese Eintragungen sind lediglich der Anfang“, erklärte Schäfer. Sie lasse 60 weitere Werke der Kunstsammlung prüfen, ob sie als national wertvolles Kulturgut gelten.

Derweil fordert die CDU-Landtagsfraktion die Landesregierung auf, die Portigon-Kunst zum Versicherungswert an die Kunstsammlung NRW zu übertragen und so für das Land zu erhalten. Zur Finanzierung könne ein Teil des Geldes genommen werden, das durch den Verkauf der beiden Warhol-Werke eingenommen wurde, sagte CDU-Kulturexperte Thomas Sternberg. Die Versteigerung in New York hatte etwa 120 Millionen Euro eingebracht, die zum größten Teil zurModernisierung und zum Neubau von Spielbanken des Ex-Eigentümers Westspiel genutzt werden soll. Diese Initiative soll durch einen Antrag im Landtag umgesetzt werden, so Sternberg.

Quelle: wa.de

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