Der Krimi „Todespfad“ von Chris Marten

Von Ralf Stiftel ▪ Chris Marten: Todespfad. Verlag Lübbe Ehrenwirth, Köln. 541 S., 19,99 Euro. Chris Marten ist das Pseudonym eines Autorenduos: Die ehemalige Studiendirektorin Birgit Biehl und ihr einstiger Schüler Herbert Knorr, heute Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna.

Ihr Roman „Todespfad“ ist der zweite Thriller um die Journalistin Beate Rehbein und den Polizisten Ludger Bethke. Und wenn auch die Handlung um Beate Rehbeins Wohnort Essen und das Ruhrgebiet zentriert ist, so spannen die Autoren ihren Fall ganz weit – bis in ein Dorf in Mali. Es geht um afrikanische Flüchtlinge, die in Essen, auf Gran Canaria, in Paris ermordet werden, wobei das Gesicht des grausam zugerichteten Opfers mit einer Ritualmaske bedeckt wird.

„Todespfad“ ist ein erstaunliches Werk. Basierend auf gut recherchierten Fakten entwickeln die Autoren ihre Geschichte aus der skandalösen Behandlung afrikanischer Flüchtlinge. Die Abschottung Europas, die furchtbaren Lager, aber auch die Problematik der Beschneidung tauchen in dem Buch auf, ohne dass der Thriller ins Dokumentarische abdriftete. Nicht immer reagieren die Figuren psychologisch glaubwürdig: Was sich zum Beispiel zwischen der glücklich verheirateten Beate und dem zwielichtigen schwedischen Millionär Bo Hjemdal abspielt, das greift auf alte Klischees der James-Bond-Ära zurück. Und ein wenig übertrieben ist auch die filmische Schreibtechnik mit kurzen Szenen und Schauplatzwechseln nach wenigen Seiten. Aus dem Erzählpuzzle setzt der Leser sich nach und nach die Geschichte um ein entführtes afrikanisches Mädchen, sechs Boten, die sie zurückholen sollen, und die Menschenschlepper zusammen. Spannend bleibt das allemal, schon weil immer wieder der Killer auftaucht. Und das Finale im Gelsenkirchener Zoom Erlebnispark ist für Leser aus dem Ruhrgebiet ohnehin ein Muss.

Quelle: wa.de

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