Die Eagles bringen all ihre Hits mit nach Köln

"Eagels" - Don Henley
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Don Henley und die Eagles sind in der Kölner Lanxess-Arena aufgetreten (Archivfoto).

Köln - Vor 14.000 Zuhörern in der Kölner Lanxess-Arena haben die Eagles ihr erstes von zwei Konzerten im Rahmen ihrer Welttournee gespielt. Im Gepäck hatten sie ein Best-of-Set mit all ihren großen Hits.

Die Aussicht auf prallgefüllte Portemonnaies nach Abschluss der Konzertreise wird wohl ein gewichtiges Argument bei den Eagles gespielt haben, als die Musiker sich entschieden, 2019 wieder auf Welttournee zu gehen. Pure Freude am Spielen ihrer Instrumente könnte man den Bandmitgliedern als Grund dafür, auch noch im Rentenalter über die Bühnen der Welt zu tingeln, aber ebenfalls unterstellen. Die Lust am Musizieren vor Tausenden von Menschen ist der US-amerikanischen Rockcombo beim Konzert in Köln jedenfalls bei jedem Ton anzumerken.

Nach Stopps in Neuseeland und Australien macht die 1971 gegründete (und zwischenzeitlich getrennte), sechsfach mit einem Grammy ausgezeichnete Band nun in Europa halt. Der Auftritt in der Domstadt ist eines von zwei Konzerten in Deutschland. Den rund 14.000 Zuhörern in der Lanxess-Arena serviert die Band, die 1998 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, ein zweieinhalbstündiges Best-of-Konzert in glasklarem Sound. „Eine ganz schön lange Dauer für mein Alter“, witzelt der 71-jährige Don Henley.

Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch er dabei. Glenn Frey starb 2016, Randy Meisner hat sich aus dem Musikbusiness zurückgezogen, Bernie Leadon arbeitet als Session-Musiker. Don Felder, der seit 1974 bei den Eagles mitmachte und 2001 die Gruppe verlassen musste, führte in den folgenden Jahren Klagen gegen die Band. Neben Henley besteht die Gruppe aus Joe Walsh, seit 1975 Bandmitglied, an der Gitarre und Timothy B. Schmit, der 1977 zu den Eagles gestoßen ist, am Bass. Eine eingespielte Truppe also.

Neu hinzugekommen auf der Live-Bühne sind Glenn Freys Sohn Deacon und Countrysänger Vince Gill. Auf ihrer Welttournee werden die Eagles außerdem von vier weiteren Musikern unterstützt wird. Bei einzelnen Songs gesellen sich noch fünf Bläser hinzu. Wenn zwischen den Liedern die Roadies die Instrumente austauschen, entsteht ein gehöriges Gewusel. Platz für Schnickschnack auf der kompakten, aufgeräumten und offenen Bühne gibt es alleine schon deshalb nicht.

Und auch für große Showeinlagen ist kein Raum. Der Auftritt bleibt weitgehend statisch. Die Musiker konzentrieren sich aufs Wesentliche: Sie lassen ihre Instrumente sprechen. Für Bewegung sorgt in erster Linie Don Henley, wenn er zwischen den Instrumenten wechselt: vom Schlagzeug über die Gitarre zu den Percussions und zurück.

Egal, an welchem Posten der Multiinstrumentalist sitzt oder steht, egal, welcher Song gespielt wird, egal, welcher der Musikern gerade ein Stück singt: Die Zuhörer in Köln sind aus dem Häuschen. „Es hat sich nie so gut angefühlt, so weit weg von zu Hause zu sein“, schwärmt Henley. Am Ende hockt keiner mehr auf seinem Stuhl. Die Menge tanzt enthemmt zu „Heartache Tonight“.

Die Eagles vereinen im Kölner Konzert all ihre Hits, darunter natürlich auch „Hotel California“, „Desperado“ und „Take It to the Limit“. Auch die Nummer-eins-Singles der US-Charts Best of My Love (1974), „One of These Nights“ (1975) und „New Kid in Town“ (1976) bekommen die Fans in der Arena zu hören. Zudem werden einige Coversongs gespielt, etwa das Lied „Seven Bridges Road“ des Countrysängers Steve Young, das die Eagles als Liveaufnahme bereits 1980 auf „Eagles Live“ veröffentlichten, sich dort und auch in Köln aber auf eine umarrangierte, mehrstimmige Version des britischen Singer-Songwriters Iain Matthews beziehen.

Ebenfalls auf der Setliste: die Country-Nummer „Don’t Let Our Love Start Slippin‘ Away“, im Original von Vince Gill, der sein Stück natürlich auch selbst singt. Er und Deacon Frey stehen im Übrigen auch bei einigen Eagles-Songs als Sänger am Mikro. Schmit und Walsh dürfen ebenfalls ran. Letzterer singt zwei Stücke, die er mit der James Gang aufnahm, aber auch die ursprünglich als Solosongs erschienenen „Rocky Mountain Way“, „Life’s Been Good“ und „In the City“, die längst feste Bestandteile des Live-Kanons der Eagles geworden sind.

Dazu gehört auch Don Henleys großer Solohit „The Boys of Summer“, der mit besonders viel Applaus honoriert wird. 1984 war der Song, der es bis auf Platz fünf der Billboard Hot 100 schaffte, die Leadsingle seines Soloalbums „Building the Perfect Beast“. Mehr 80s-Vibe geht nicht. Der Rest ist zeitlose Rockmusik, für die meisten in der Halle verbunden mit einer ganz großen Menge Nostalgie.

Quelle: wa.de

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