45.000 Fans im ausverkauften Stadion

Nach langer Abwesenheit: Bon Jovi begeistert in Düsseldorf

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[Update 14.06 Uhr] Düsseldorf - Sechs Jahre ist es her, dass Bon Jovi im Rahmen einer Konzertreise zuletzt in Deutschland auf einer Bühne gestanden hat. Mit kleineren Pausen ist die Band seit rund anderthalb Jahren nun mit ihrer „This House Is Not for Sale“-Tour unterwegs und hat dafür jetzt auch nach Europa übergesetzt.

Neben dem Konzert in der Düsseldorfer Arena findet am Freitag noch ein Auftritt in München statt. Dann wird es das auch schon wieder mit Gigs in Deutschland gewesen sein, dem Land, in dem sie meisten Freunde hätten, berichtet Jon Bon Jovi den Zuhörern in Düsseldorf.

Kein Wunder also, dass zum Konzert am Rhein die Autokennzeichen der anreisenden Besucher nicht nur aus NRW kommen, sondern die Fans durchaus weitere Autobahnfahrten, mitunter über Landesgrenzen hinweg, hinter sich gebracht haben. Deutlich wird das auch, als vor Konzertbeginn verschickte Kurznachrichten der angereisten Fans auf die Leinwand geworfen werden, die sich darauf freuen, Frontmann Jon Bon Jovi und seine Mitmusiker wieder live zu sehen.

Diese Chance will sich kein Fan entgehen lassen. Am Ende sind es rund 45.000 Menschen, die ins ausverkaufte Stadion wandern und mit einem rund 140-minütigen Best-of-Programm beglückt werden, in dem lediglich ein Stück vom aktuellen Album „This House Is Not for Sale“ Platz findet, nämlich das titelgebende. Ein rasanter Einstieg ins Konzert.

Bon Jovi spielt Konzert in Düsseldorf

Daneben gibt es „Have a Nice Day“, „Wanted Dead or Alive“, „It‘s My Life“ und wie die Hits der Band alle heißen, die seit der Gründung 1983 auf Platte verewigt wurden, in Düsseldorf zu hören – und jeder einzelne wird frenetisch bejubelt. Jeder Besucher bekommt an diesem Abend mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Lieblingssong zu hören.

Wobei: Bei der Fülle an Liedern, die in den vergangenen Jahrzehnten die Charts gestürmt haben, bleiben einige Nummern auf der Strecke, zum Beispiel „Always“, „In These Arms“ oder „This Ain‘t a Love Song“. Der Stimmung tut das keinen Abbruch, nicht beim Publikum und schon gar nicht auf der Bühne. Jon Bon Jovi hat genug Erfahrung und Selbstvertrauen, um zu wissen, dass jeder gespielte Song von seinen Fans geradezu aufgesogen wird.

Die Bon-Jovi-freie Zeit hat den Anhängern ziemlich zugesetzt und führt etwa bei „Keep the Faith“ zu ekstatischen Verhältnissen im Innenraum und auf den Tribünen. Jon Bon Jovi ist 57, hat aber die Wirkung eines Teenie-Stars, anders lässt sich die entrückte Begeisterung bei seinen Fans nicht erklären. Er ist Profi, und er ist routiniert. Er weiß, wann er welche Pose, wann welche Bewegung zu zeigen hat, damit seine Anhänger ausrasten, und er weiß, wann er sein Blendax-Lächeln präsentiert.

Schelmisch grinsend stürmt Jon Bon Jovi auf die Bühne, feuert die Fans gestenreich an, macht einen Ausfallschritt nach dem anderen, und dann lacht er wieder und genießt den ihm entgegengebrachten Jubel. Die Band, neben ihm bestehend aus den beiden Gründungsmitgliedern David Bryan an den Keyboards und Tico Torres am Schlagzeug, Hugh McDonald, der schon seit 1994 als inoffizielles Mitglied der Band galt und seit 2016 zur festen Besetzung gehört, und Gitarrist Phil X, der 2013 Richie Sambora ersetzte und ebenfalls seit 2016 festes Bandmitglied ist, gibt sich redlich Mühe, Jon Bon Jovi in nichts nachzustehen. Unterstützt werden sie von den Tourmusikern Everett Bradley (Percussions) und John Shanks (Gitarre).

„Mann, ist das heiß hier, aber so haben wir es gern“, ruft Jon Bon Jovi und setzt zum Schattenboxen an. Das Dach ist geschlossen, aus dem Stadion haben sie eine riesige Halle gemacht. Der Stadionrock der Band aber bleibt, was er ist: treibende, eingängige Musik, die zum Mitsingen animiert, mit Songs wie „Blood on Blood“ und „We Don’t Run“, gemischt mit Powerballaden der Marke „I’ll Be There for You“ und „Bed of Roses“, die auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung die Herzen zum Schmelzen bringen.

Abschließender Song des Abends ist „Livin‘ on a Prayer“. Die letzten vier Konzertminuten werden noch einmal zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis, dessen Eindrücke beim Besucher lange nachhallen dürften. Keine drei weiteren Minuten später rauscht die Band in dunklen Kleinbussen vom Gelände Richtung Hotel. Der nächste Gig und viele von weit her angereiste Fans warten schon.

Quelle: wa.de

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