The Killers in Köln

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Ganz in Gold: Brandon Flowers, Frontmann der Killers, präsentiert sich in Köln.

Köln - Eine opulente Bühnenshow zwischen Konfettiregen und Pyroschauer feierte die amerikanische Rock-Pop-Band The Killers am Montagabend in der nicht ausverkauften Kölner Lanxess-Arena mit ihren etwa 11.000 Fans.

Zum Auftakt der nach dem neuen Album „Wonderful, wonderful“ benannten Tour sieht die Bühne wie ein verlassener Wüstenort mit einem Wasserturm aus, dazu gibt es Bilder von einer ausgetrockneten Landschaft.

Mehr Bewegung kommt ins Ambiente mit dem zweiten Lied „The Man“ – ebenfalls vom aktuelle Album. Ein großes Männlichkeitssymbol wird am vorderen Bühnenrand hochgefahren und bleibt für den Rest des Abends vor dem Keyboard des Frontmanns Brandon Flowers stehen.

Auf der Videoleinwand blinken jetzt wahlweise Cowboys und Cowgirls und an den Mikroständern der drei vorzüglich singenden Backgroundsängerinnen auch Weiblichkeitssymbole auf – symbolhaft geht es im Verlauf des Abends weiter, ohne dass es dafür je eine Einordnung geben würde.

Der Funke springt erst danach so richtig aufs Publikum über, als Flowers den Hit „Somebody Told Me“ spielt – hier geht es um Irrungen und Wirrungen in Teenager-Beziehungen – es hält nun auch niemanden mehr auf den Sitzplätzen.

Von nun bleibt das Tempo hoch, und Flowers – gekleidet in einer Art gold-schwarzem Brokat-Sakko – bemüht sich redlich, die Fans um den Finger zu wickeln. Sein etwas fehlendes Charisma macht der hagere Sänger mit der hohen Stimme mit größtem Einsatz wett. Er tanzt permanent an der Bühnenspitze, lädt die Fans immer wieder zum Mitsingen ein und präsentiert ausgedehnte Rockstar-Posen, die manchmal ein wenig keck an Elvis erinnern.

Dabei wirkt die Anordnung der aus Las Vegas stammenden Indierock-Band auf der aktuellen Tour ein wenig seltsam. Denn von der aktuellen Besetzung ist neben Brandon Flowers nur Schlagzeuger Ronnie Vanucci Jr. dabei. Gitarrist Dave Keuning und Bassist Mark Stoermer verzichteten auf die Tourreise.

So richtig fällt das aber nicht ins Gewicht. Denn ein gutes altes Vegas-Motto ist: Die Show muss weitergehen – und so sind gute Gastmusiker und Backgroundsängerinnen verpflichtet worden, die sich harmonisch einfügen und einen ausgezeichneten Sound produzieren. Schlagzeuger Ronnie Vanucci Jr. bekommt immer wieder umjubelte Solo-Passagen und darf zeigen, wie er als Rhythmus-Maschine den bombastischen Bandsound zwischen Rock und Synthesizer-Pop steuert und antreibt.

Opulent geht es in dem gesamten zwei Stunden zu und auch das Tempo innerhalb des Konzertaufbaus wird stetig erhöht. „Run For Cover“ ist eine treibende Nummer, „Spaceman“ bietet den klassischen Arena-Rock mit Singalong-Passagen, und bei den elektronischen „Smile Like You Mean It“ und „Human“ dominieren die Synthies. Die The Killers zeigen hier ihre Bezüge zu 80er-Jahre-Vorbildern wie Duran Duran.

Richtig rockig wird es in „A Dustland Fairytale“ und mit „Runaways“ – es folgt der Abschuss von Konfetti-Kanonen. Zum Zugabenteil kommt Flowers in einem goldenen, mit Pailletten bestickten Anzug, in goldenen Schuhen und stylischer Sonnenbrille zurück.

Denn wenn man sich bei einer Band aus Las Vegas auf etwas verlassen darf – dann ist es ihr Mut zur großen Geste und zum fulminanten Bombast. „Jenny Was A Friend Of Mine“, „When You Were Young“ und zum passenden Abschluss der Überhit „Mr. Brightside“ vom ersten Album „Hot Fuss“ sind als Stimmungs-Höhepunkte gesetzt. Flowers choreografiert dies als perfekter Entertainer – und das ist nicht wenig für einen gelungenen Konzertabend.

Quelle: wa.de

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