12.000 Fans in der Lanxess-Arena

Katy Perry gibt verrücktes Konzert in Köln

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KÖLN - Wer im Showbiz etwas erreichen will, der greift in die Trickkiste, schockiert mit seinem Output oder ist zumindest kontrovers. Dann hat er gute Chancen, in jedermanns Gedächtnis zu bleiben. Heute muss sich ein aufkommender Künstler da schon etwas einfallen lassen muss, 2008 reichte es noch, davon zu berichten, als Mädchen ein Mädchen geküsst zu haben.

Katy Perrys Bonbon-buntes „I Kissed a Girl“ war vor sieben Jahren ihr Türöffner in die Musikbranche. Seitdem hat sich die US-Sängerin zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen gemausert. Jetzt hat sie im Rahmen ihrer dritten großen Tour, die sie seit rund einem Jahr quer über den Erdball führt, die Bühne in der Kölner Lanxess-Arena erobert.

Das Erfolgsgeheimnis der 30-Jährigen ist kein Zauberwerk: Neben ihrem frech-freundlichen Auftreten steht sie für eingängige Bubblegum-Pop-Hits, eine auffällige Optik und die besonders innige Beziehung zu ihren Fans, den „Katycats“. Auch beim Konzert in Köln ist Katy Perry die Nähe wichtig. Die Bühne ist mit zwei Stegen, die schräg in die Halle ragen und sich in der Hallenmitte treffen, ausgerüstet. Zu diesem Punkt macht sich die Sängerin immer wieder auf, stets umgeben ist von ihren Anhängern.

Im Vergleich zur Vorgängertour vor drei Jahren - damals lud die Sängerin die Zuhörer in ein pinkes Schlaraffenland ein - will Katy Perry diesmal auf mehr Ernsthaftigkeit setzen. Zumindest hat sie das im Vorfeld in einem Interview so angekündigt. Ob allerdings ihr Auftritt als Kleopatra-Double mit lilafarbenen Overknees, der Ritt auf einem goldenen Pferd mit buntem Kopfschmuck oder aber Tänzer, die als Mumien mit übertrieben großen Busen und Hintern umherschlurfen, für mehr Seriosität sorgen, darf doch sehr bezweifelt werden.

Vielmehr nimmt Perry die rund 12.000 Zuhörer in Köln mit auf eine Reise durch ihre eigene bunte Traumwelt voller verrückter Ideen. Los geht es mit der Single „Roar“ vom aktuellen Album "Prism". Die Musikerin und ihre neun Tänzer sind in leuchtende Neon-Outfits gekleidet. Geht das Licht aus, entstehen knallige Lichteffekte.

Ein Abstecher ins alte Ägypten folgt. Bereits erwähntes und reich verziertes Goldpferd erscheint, und die Sängerin räkelt sich zu „Dark Horse“ im Sattel, während Klapperschlangen mit funkelnden Augen sich auf der Leinwand bedrohlich erheben. Bei "Legendary Lovers" kommt es zu einem - man könnte meinen - Befruchtungstanz zwischen der Künstlerin und einem Tänzer, ehe dieser einen Zweikampf mit einem anderen um die Gunst der Sängerin Werbenden ausfechten muss, der zwischendurch in ein wahres Katy-Perry-Tatschfestival ausartet.

Die Reise geht weiter nach „Kittywood“. Perry schnurrt im Catsuit auf einem überdimensionalen Wollknäuel den Fans entgegen. Die Tänzer, alle als Samtpfoten verkleidet, lümmeln sich auf passgenauen Katzenbäumen herum, ein Stubentiger steht ganz vorne und steppt - was auch sonst? So ein Haustier ist gemütlich, also verwandelt sich „Hot n Cold“ in eine Jazz-Version. Zum Schluss gibt es für Perry als "Obermieze" Konfetti-Milch aus einer riesigen Schüssel gibt.

Optisch ganz wie ein Hippie gibt sich die Künstlerin bei einem feinen Akustikteil in einem Garten aus Sonnenblumen. Im wallenden Kleid und mit grün- und rosafarbenen Haaren gibt es zunächst „By the Grace of God“. Die Halle ist mucksmäuschenstill. Mit umgeschnallter Glitzer-Akustikgitarre serviert Perry den Zuhörern danach noch ein Mash-up von "The One That Got Away" und "Thinking of You".

Nach ihren Hits "Teenage Dream" und "California Gurls" präsentiert Katy Perry in ihrem ersten Zugabe den Song "Birthday". Die Sängerin wird von einer Schaukel in die Höhe getragen und schwebt im Papierschnipsel-Regen durchs Hallenrund. Zum Abschluss gibt’s passend zum Lied "Firework" ein Feuerwerk. Klar, so eine verrückte Show muss mit einem lauten Knall enden. - Tim Griese

Quelle: wa.de

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