Udo Jürgens Album: Der ganz normale Wahnsinn

Udo Jürgens: Der ganz normale Wahnsinn (Ariola). Der Mann hat hellseherische Gaben. Oder seine neue CD auf den allerletzten Drücker produziert. Wie sonst könnte Udo Jürgens eine doppelte Aktualität in Versform bannen.

„...und auf Schalke wird gezankt“, heißt's gleich beim ersten Titel. Viel bedrückender die Erkenntnis: „Bei den Großen, die uns führen, niemand mehr, dem man vertraut.“ „Der ganz normale Wahnsinn“ eben, den Jürgens in 14 Titeln beschreibt. Vom ersten bis zum letzten Lied wird spürbar: Hier ist jemand mit sich im Reinen. Im Herbst seines Schaffens präsentiert der Chansonnier ein Album voll wunderschöner Melodien, einfühlsamer Texte, aber auch mahnender Botschaften, denen freilich bei aller Ernsthaftigkeit niemals die Zuversicht abhanden kommt. Jürgens ist höchst konsequent, vertraut sich ganz intensiv dem Texter Wolfgang Hofer an – und macht alles richtig. Dem vielschichtigen Thema Liebe gewinnen beide, kaum zu glauben, wieder mal neue Erkenntnisse ab. Mal entschlüsseln sie das Geheimnis („Liebe lebt“), dann formulieren sie eine hinreißende Liebeserklärung („Dafür brauch ich dich“). Jürgens macht sich lustig über den gläsernen Menschen, protestiert dagegen, dass wir alles „denglischen“ müssen und rührt uns mit Wünschen für den Enkel. Großes Orchester und große Poesie („Am Ufer“) runden ein Album ab, das Vorfreude macht auf die nächste Tournee. ▪ MATTHIAS DIETZ

Quelle: wa.de

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