Jennifer Lopez macht Wind in Oberhausen

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Begeisterte in Oberhausen mit großer Show und vollem Körpereinsatz: US-Sängerin Jennifer Lopez ▪

Von Andreas Sträter ▪ OBERHAUSEN–Das Konzert beginnt mit einem Videoeinspieler. Jennifer Lopez schreibt mit roter Tinte das Wort „Love“ in ihr Tagebuch, zieht den knallroten Lippenstift auf ihrem Mund nach und sprüht Haarfestiger auf ihre brünette Mähne. Das war eine gute Idee, denn beim Konzert in der Arena in Oberhausen am Halloweenabend setzt die 43 Jahre alte US-Diva vor allem auf Ventilatoren. Mal lässt sie sich den Wind kräftig ins Gesicht pusten und dabei ihre Haare stramm nach hinten wehen. In einer anderen Variation lässt sie sich die Haare wuschelig verwirbeln – je nach Rhythmus.

Die Erfolgsformel von Jennifer Lopez ist einfach, aber effektiv: Sexy Kostüme, heiße Rhythmen, paillettenbesetzte Kostüme und viel nackte Haut. Verpackt in eine glitzernde Bühnenshow hat die Diva mit dieser Mischung beim ersten Konzert in Nordrhein-Westfalen das Publikum in Oberhausen begeistert.

Auf der „Dance Again“-Welttournee hat die Sängerin im Ruhrpott ihr achtes Album präsentiert. Die Arena war allerdings nicht ausverkauft. Tickets kosteten bis zu 110 Euro. In Oberhausen sind in dieser Saison nur Konzerte von Udo Jürgens und Stargeiger David Garrett teurer.

In ihrer Show überrascht die Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin ihre Fans mit anderen Bühnenthemen und neuen Kostümen – mal wirbelt sie im hautengen glitzernden Catsuit über die Bühne, mal im kurzen roten oder blauen Kleid. Und mit jedem Kleiderwechsel nimmt die Diva ihr Publikum mit an die verschiedenen Stationen ihres Lebens.

Der Rest ist Powerplay: Im ersten Teil der Show mit dem Titel „Old Hollywood Glamour“ wippt die Lopez mit acht Tänzern über die Bühne. Die wirbeln mit Gehstöcken wild hin und her. Jennifer Lopez singt dazu: „My love don‘t cost a thing.“ Zu ihrem Hit „I‘m into you“ aus dem vergangenen Jahr lässt sie sich von ihren Tänzern über die Bühne tragen. Irgendwann wirft sie dann noch zusammenhangslos ein: „Happy Halloween!“

Gleich nach ihrem Millennium-Hit „Waiting for Tonight“, zu dem es eine fantastische Lasershow gibt, steigt Jennifer Lopez zu „Goin In“ und „Jenny from the Block“ wie eine siegeswillige Gladiatorin in den Boxring. Der wiederum ist ein Symbol für ihre Geburtsstadt New York. Dort stand sie mit fünf Jahren das erste Mal als Tänzerin auf der Bühne, arbeitete später als Breakdancerin und Backgroundsängerin in New Yorker Shows, bis sie Anfang der 90-er Jahre nach Hollywood ging. „Ich bin nur ein einfaches Mädchen aus der Bronx“, singt sie und muss dabei lachen. Passend dazu werden Gitter auf die Bühne gefahren, auf den Videowänden sind dreckige, beschmierte Hauswände zu sehen. So sieht es eben aus in der Bronx, in Jennys Heimat.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart und ihrem Lieblingsthema, der Liebe: Sind das Lied „Baby I love you“ und ein romantisches Video zu Beginn des dritten Akts noch ihrem aktuellen Freund, dem Tänzer Casper Smart gewidmet, stehen danach ihre Kinder Max und Emme im Mittelpunkt. Während Jennifer Lopez „If you had my love“ und „Until it beats no more“ singt, bekommen die Fans auf der Videoleinwand Einblicke in das vermeintlich private Familienalbum. Da hält sogar die an diesem Abend in Oberhausen wirklich äußerst gut aussehende Diva selbst kurz inne und macht einen fast nachdenklichen Eindruck.

Doch der soll nicht lange währen. Neben ihrer Familie gibt es aktuell auch ihre erfolgreiche Karriere: Vom Forbes-Magazin wurde sie zum „einflussreichsten Promi“ gewählt. 70 Millionen Tonträger hat sie schon weltweit verkauft. Und das muss gefeiert werden: Bei „Let's get Loud“ und „On the Floor“ dreht die 43-Jährige noch einmal auf. Dazu gibt es Feuerfontänen, Konfetti – und die ganz große Show. Nach eineinhalb Stunden gibt die Lopez die Königin und entschwindet standesgemäß auf einem roten Thron im Bühnenboden.

Quelle: wa.de

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