Jazz auf Jiddisch mit Rabbi Walter Rothschild and the Minyan Boys

Rabbi Walter Rothschild and the Minyan Boys: Greatest Hits Vol. 2 (Hentrich & Hentrich). Der bärtige Mann mit der Melone und dem Schlips im Dekor des Union Jack ist wirklich Rabbi.

Walter Rothschild, 1954 in Bradford geboren, gehört sogar zur jüdischen Prominenz in Deutschland, als Landesrabbiner für Schleswig-Holstein. Und er hat Hobbys, neben der Eisenbahn (über die er eine Doktorarbeit geschrieben hat) ist es der Jazz. Und mit den vier tollen Musikern der Minyan Boys hat er eine Platte aufgenommen, die einen Goi neidisch machen kann: Welcher Pfarrer oder Priester kommt so cool daher? Gleich im ersten Lied spottet er über Cousin Harold, der „frum“ geworden ist, in einem wild mit jiddischen Vokabeln unterfütterten Englisch klagt er, dass der nunmehr orthodoxe Harold nicht mal mehr seiner eigenen Mutter die Hand geben mag. Ein traditioneller Blues wird umgedichtet zum „Shabbes Mornin’ Blues“, und im „Chanukka-Potpourri“ wechseln Weihnachtslieder die Konfession – herein kommt „Reuven, the red-nosed rabbi“, dem natürlich „lot of schnapps“ die Nase färbt. Nichts ist vor dem Witz dieses Mannes sicher, selbst Schuberts „Forelle“ wird umgetextet. Zwischendurch erzählt er „Aesop’s Foibles“, jawohl, Tierfabeln, die allerdings ungewöhnliche Wendungen nehmen wie beim Löwen und beim Adler, die sich streiten, wer das edlere Wappentier sei. Die Texte sind im Booklet abgedruckt. Und sogar eine Amöbe ist für ein Mini-Hörspiel gut. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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