Helios-Theater will mit Kürzungen leben lernen

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Michael Lurse –

HAMM – Das Helios-Theater will in den „sauren Apfel“ beißen und das Angebot der Stadtverwaltung akzeptieren, den Zuschuss zum Spielbetrieb um 20 000 auf 60 000 Euro jährlich zu kürzen. Das teilten der künstlerische Leiter Michael Lurse und Anja Lemke, die organisatorische Leiterin, gestern im WA-Gespräch mit.

Die Kürzung sei zwar offenbar unumkehrbar, dafür habe Kulturfachbereichsleiter Ulrich Weißenberg dem Ensemble einen neuen Vertrag angeboten, der bis 2012 sicherstellt, dass es keine weiteren Kürzungen geben soll. „Das gibt uns wenigstens langfristig Planungssicherheit“, so Lemke.

Um wenigstens zu versuchen, das Defizit auszugleichen, soll noch in diesem Monat ein Förderverein gegründet werden. Lurse: „Wir hoffen, dass wir dann über die Sammeldose wenigstens einen Teil des Defizits ausgleichen können.“

Den aus dem politischen Raum geäußerten Vorschlag, das Helios-Theater könne ja seinerseits die Eintrittspreise beziehungsweise Teilnehmergebühren in Workshops erhöhen, ist für Lurse und Lemnke undenkbar: „Damit würden wir eine ganz wichtige Gruppe ausschließen, wir wollen schließlich kein Theater für Gutverdiener werden.“

Auch wenn der Anlass eher traurig war – die Resonanz aus der Bevölkerung, die dem Ensemble Rückhalt gibt, sei enorm: „uns hat eine ganze Lawine von Briefen aus Hamm und ganz Deutschland erreicht von Menschen, die nicht verstehen, warum unsere Arbeit gefährdet werden soll“, so Lurse.

Immerhin könne der Spielbetrieb in diesem ersten Halbjahr uneingeschränkt fortgesetzt werden; wie das im zweiten Halbjahr aussehe, müsse noch kalkuliert werden. Laut neuem Vertrag will die Stadt nur noch 30 statt 40 Aufführungen bezuschussen. Das Helios-Theater habe zwar die Freiheit, selbst weitere Aufführungen anzubieten, doch sei das bei einem Eintritt von vier Euro pro Person überhaupt nicht kostendeckend.

Die Aufführungen seien durchschnittlich zu 90 Prozent ausgelastet – bei Bestuhlungen, die je nach Inszenierung zwischen 60 und 150 Plätzen schwanken. Außerdem leistet das Ensemble nachhaltige Jugendarbeit innerhalb und außerhalb des Kulturbahnhofes. – san

Quelle: wa.de

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