„Heiter bis tödlich“ mit Felix Eitner und Wolke Hegenbarth im ARD-Vorabend

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„Hände hoch!“ Hauptkommissar Kleinert (Felix Eitner) verscheucht Klara (Wolke Hegenbarth) aus seinem Büro. ▪

Von Elisabeth Elling ▪ „Heiter bis tödlich“ wünscht sich die ARD ihr Vorabendprogramm. Thomas Gottschalk nennt es „Todeszone“ und meint die Quoten. Dass diese im Ersten zwischen 18 und 20 Uhr enttäuschen, daran haben bisher weder Gottschalk noch die Regionalkrimis etwas ändern können, die montags bis donnerstags um 18.30 Uhr laufen. Heute startet mit „Alles Klara“ eine neue „Heiter-bis-tödlich“-Reihe; sie spielt in Quedlinburg.

Klara Degen (Wolke Hegenbarth) ist Sekretärin. Erst tippst sie in einer Kuckucksuhrenfabrik. Dann wird ihr Chef zudringlich, schmeißt sie raus und ist wenig später tot. So bekommt Klara es mit der Quedlinburger Kripo zu tun – und hat an Ende einen neuen Job: bei Hauptkommissar Paul Kleinert (Felix Eitner). Die Zusammenarbeit wird erfolgreich, aber anstrengend.

Drehbuchautor Michael Baier erfand vor 20 Jahren den ARD-Klassiker „Adelheid und ihre Mörder“ (mit Evelyn Hamann und Heinz Baumann), und sein neues Produkt geriet ziemlich baugleich. Doch während Sekretärin und Hauptkommissar dort hanseatisch dezent ulkten, spielen Hegenbarth und Eitner hier so aufgekratzt, als wollten sie sich zu einer Schmunzelkrimi-Parodie anstacheln. Vielleicht ist das aber auch der Widerwille gegen unkomische Szenen wie diese: Klara macht sich über Kleinerts Schreibtisch her, um aufzuräumen. Er bremst sie mit „Hände hoch!“.

Die Kostüme vergröbern die Figuren noch mehr: Er ist in Kreppsohlenschuhen und farblosen Oberhemd-Schlips-Kombinationen ein Besserwisser, der ziemlich ruppig rüberkommt. Und sie stört allein durch prilblumenbunte Polyesterblusen das sachdienliche Bürobeige.

Dass ein Witz auch dann nicht rauskommt, wenn er umzingelt wird, das beweist die bemühte Konstruktion allenthalben. Klara wohnt bei ihrer schwangeren Schwester, einer Frisörin. Vom Schwager borgt sie sich ungefragt den Audi 80, der bedenkliche Geräusche macht und tatsächlich irgendwann qualmt. Das Karnickel, das sie auf dem Rücksitz entdeckt, nimmt sie mit ins Büro. Dort futtert ein dicker Polizist Mettbrötchen und knackt Computerpasswörter, während der Kollege von einer LKA-Karriere träumt. Die Chefin (Alexa Maria Surholt) verwaltet die magere Aufklärungsquote und fordert von Kleinert „Ergebnisse in, sagen wir, 24 Stunden“. Das alles sind keine guten Aussichten auf einem Sendeplatz, wo die ungleich pfiffigere Serie „Henker & Richter“ aus dem fiktiven westfälischen Büdringhausen nur einen Marktanteil von 6,2 Prozent schaffte.

„Alles Klara“ macht die zweite Runde der „Heiter-bis-tödlich“-Krimis komplett. In den letzten Wochen starteten bereits „München 7“ (dienstags) und „Morden im Norden“ (mittwochs). Von den drei Serien, die im Herbst 2011 die Krimi-Offensive einläutete, näherte sich nur „Hubert und Staller“ (mit Christian Tramitz) der ARD-Zielmarke von acht Prozent und wird fortgesetzt. Ob es auch mit „Henker & Richter“ und „Nordisch herb“ weitergeht, ist offen. Gesetzt ist allein das „Großstadtrevier“ (montags), das seit 1986 im Ersten läuft.

Trotz der mäßigen Bilanz reagiert ARD-Vorabendkoordinator Frank Beckmann eher heiter auf Fragen nach seinem Konzept. „Vor uns liegt noch ein langer, schwerer Weg, aber wir sind überzeugt, damit zum Ziel zu kommen“, sagt er. „Wir müssen eben mit viel Geduld und Ausdauer die Leute überzeugen, dass wir etwas machen, das besser ist als das, was sie bisher für gut befunden haben.“

Donnerstag, ARD, 18.30 Uhr

Hegenbarth

Wolke Hegenbarth, 1980 in Meerbusch bei Köln geboren, wurde 1996 für die RTL-Comedyserie „Die Camper“ engagiert. Nach dem Abi war sie 2001 bis 2009 als egozentrische Alex Degenhardt die Hauptfigur in der RTL-Serie „Mein Leben und ich“. Außerdem drehte sie Filme wie „Die Schönste aus Bitterfeld“ .

Quelle: wa.de

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