Haydn-Trio Eisenstadt glänzt auf Schloss Heessen

HAMM – Das „Haydn-Trio Eisenstadt“ genießt einen hervorragenden Ruf und gehört zu den führenden Kammermusik-Ensembles Österreichs. Es gastierte am Mittwoch beim Heessener Schlosskonzert mit den Musikern Harald Kosik (Klavier), Verena Stourzh (Violone) und Hannes Gradwohl (Violoncello), die seit 1998 in dieser Zusammensetzung das Ensemble bilden. Natürlich stand auf dem Programm ein Klaviertrio ihres berühmten Landsmannes, dessen Werke sie in dem Projekt im 200. Todesjahr Haydns 2009 im Schloss Esterhazy von Eisenstadt aufgenommen hatten. Von Heinrich Thomas

Das Klaviertrio c-Moll Hob. XV/27 zählt zum Besten aus Hadyns Feder. Es ist als Sonate für Pianoforte unter Begleitung von Violine und Cello komponiert, wobei der anspruchsvolle Klavierpart eher für einen Profi angelegt ist, die einfacheren Streicher-Stimmen für fortgeschrittene Amateure gedacht sind.

Der energische Auftakt im Allegro verriet eine fröhliche Grundstimmung mit leichten Tempoverzögerungen und –steigerungen. Die deutliche Dominanz des Klaviers mit den über die Tasten hinhuschenden Fingern des Pianisten, die sich über den gesamten Konzertverlauf fortsetzen sollte, wurde gleich zu Anfang hervorgehoben. Das langsame Andante, vom Klavier eingeleitet, offenbarte sich als ein vom Ensemble sehr gefühlvoll und dynamisch angelegter Satz, in dem zwischenzeitlich auch die Violine kurz die Stimmführung übernahm.

Das Finale/Presto begann mit einer schnellen Tonfolge auf dem Klavier, wobei die jagenden Läufe des Spielers beeindruckten. Gekonnt setzten die Streicher sparsam ihre Töne dazwischen. Es folgte Mozarts Klaviertrio B-Dur, KV 502, in dem die Dominanz des Klaviers erhalten blieb. Im Gegensatz zur Haydn-Komposition führte hier ein etwas langsameres, aber energisch vorgetragenes Allegro in das Thema ein. Wohl aufeinander abgestimmt verschmolz das Trio aus Eisenstadt auch hier zu einer musikalischen Einheit. Das Larghetto begann mit einem eindringlich-einfachen Klavierpart, in den sich die Streicher vervollkommnend einfügten. Der melodisch-schöne Mittelteil, empfindsam vorgetragen im wechselseitigen Spiel des Trios, wurde abgelöst durch das flotte Tempo des Schluss-Allegrettos.

Mit Franz Schubert als drittem Komponisten aus Österreich wurde der Kammermusik-Abend im Schloss beeindruckend und gefällig abgeschlossen. In seinem Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur op. 100 blieb nach einstimmig-kräftigem Beginn den Zuhörern das dominierende Klavier mit den wundersam perlenden Läufen im Auf und Ab der Töne erhalten. Das Andante con moto wurde mit starker Emotion vorgetragen.

Ein stimmungsgeladener Satz mit seinen ineinander verschlungenen Tonfolgen der drei Instrumente füllte den Vortragssaal. Ruhige Passagen wechselten mit intensiv vorgetragenen, liedhafte Einschübe mit kräftigen Akkorden. Das Andante con moto ernüchterte zuerst mit einem marschähnlich voranstreitenden Passus.

Dabei wurde das tonangebende Klavier von Geige und Cello gekonnt umrankt. In der tieferen Lage endete der Satz schlicht mit dem Anfangsmotiv. Das abschließende Scherzo brachte in diese schweren Marschakkorde eine fröhliche und beschwingte Note.

Die Eisenstädter Musiker verabschiedeten sich mit einer Zugabe, dem Presto „in a german Style“, aus der Feder ihres berühmten Landsmannes Haydn. Sie war gleichzeitig eine Verbeugung vor den enthusiastisch applaudierenden Zuhörern im Heessener Wasserschloss.

Quelle: wa.de

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