Götz Alsmann singt in Dortmund festliche Lieder

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Götz Alsmann greift auch gern mal zur Ukulele. Im Dortmunder Konzerthaus spielte er Weihnachtslieder.

Dortmund - Wie könnte man sich besser auf Weihnachten einstimmen als mit den alten, schönen Liedern? Leider, weiß der Experte Götz Alsmann, wird es nach der ersten Strophe meistens leiser. Weil der Text fehlt. Aber Alsmann, der König des deutschen Jazzschlagers und beliebte TV-Moderator, bietet Abhilfe. Er singt, zum Beispiel „O Tannenbaum“, mit allen Strophen.

Und damit es noch munterer klingt, hat er sich die „beste Bigband der Welt“ geholt, die WDR Big Band. Und was den Rhythmus angeht: „Bossa Nova geht immer.“

Mit der Mischung heimsten Alsmann und die WDR Big Band vor neun Jahren Preise ein für die CD „Winterwunderwelt“. Zeit, Bing Crosby, dem Schöpfer des Allzeitklassikers „White Christmas“, erneut eine Auszeit zu gönnen. Nun liegt die „Winterwunderwelt Vol. 2“ vor, wieder mit dieser feinen Mischung traditioneller Lieder, eingedeutschter internationaler Hits und deutscher Saison-Schlager. Wieder hat der aus Werne stammende Arrangeur und Bandleader Ansgar Striepens die Musik für Alsmann eingerichtet.

Im restlos ausverkauften Konzerthaus Dortmund stellten Alsmann und Band das Projekt erstmals vor, und es war der absehbare Hit. Schon wie Alsmann bei „Lass es schnei’n“ mit dem Mikrophonständer tänzelt, wie er sich lässig den Welthit „Let It Snow“ aneignet und den Christbaum einfach mal schreien lässt: „Ich wär so gerne mal weiß“. Er versteht es ja, in aller Unschuld das Kind aus sich herauszulassen und voller Überschwang „Morgen Kinder wird’s was geben“ anzustimmen, als könne er selbst die Bescherung kaum erwarten. Striepens hat wieder die Lieder in Arrangements gekleidet, die zwanglos die Jazztradition aufrufen, mit druckvollen Bläsersätzen und Soli von grandiosen Musikern wie dem Pianisten Frank Chastenier, dem Gitarristen Paul Shigihara, der Flötistin Karoline Strassmayer und dem Posaunisten Ludwig Nuss. So findet vorfesttägliche Gefühligkeit bestens mit dem Vergnügen an mitreißend swingendem Jazz zusammen.

Alsmann hat dabei die gewohnte Bühnenpräsenz, albert das Einschnipsen von Dirigent Striepens nach, schaut Chastenier beim Solo über die Schulter („Ich dilettiere selbst gelegentlich am Klavier“) und macht sich „Notizen“ in die hohle Hand. Vor allem umschmeichelt er das Publikum „in meinem Lieblingskonzertsaal“, und das spielt sofort mit, sagt auf eine leise Geste die Zeile mit der „Frau vom Nikolaus“. Später antwortet es bei „Lasst uns froh und munter sein“ auf Alsmanns Ansingen mit „Tralalalala“ wie einst die Zuhörer der Swing-Shows von Cab Calloway. Ans Piano setzt er sich nicht, aber als er Bing Crosbys „Mele Kalikimaka“ anstimmt, spielt er die Hawaiigitarre. Und Dean Martins depressiven „Christmas Blues“ spielt er am „Heimwehkompressor“, dem Akkordeon, weil angeblich der US-Verlag Alsmanns deutschen Text zu brisant für Weihnachten fand und nicht genehmigte.

Diese einzigartige Mischung aus gut gelaunter Publikumsansprache und famoser Musik zündete vom ersten Moment an. Dabei bewies Alsmann, dass er auch ganz ernsthaft einfach die schlichte Schönheit eines klassischen Weihnachtsliedes würdigen kann, zum Beispiel bei „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Und die uns so ferne fromme Inbrunst bei „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“ meistert er ohne jede unangebrachte Ironie selbst in der Zeile über „Marias keusche Brust“.

Mit „Winterwunderwelt Vol.2“ ist Alsmann, Striepens und der Band offensichtlich wieder ein Klassiker gelungen. Und das Publikum im Konzerthaus ließ die Musiker nicht ohne Zugabe gehen.

Termine: heute Köln, Funkhaus (ausv.).; 18.12., Stadthalle Wuppertal. Im Radio WDR4, 26.12., 20.05 Uhr.

Götz Alsmann und die WDR Big Band: Winterwunderwelt Vol. 2, Roof Music.

Quelle: wa.de

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