Fritz Winter, Hans Jaenisch, Georg Meistermann in Ahlen

Das „Große Zeichen“ von Fritz Winter entstand 1932.

Von Marion Gay Ahlen - Landschaft und Natur, Linien und sakrale Zeichen. Das Fritz-Winter-Haus in Ahlen präsentiert rund 100 Werke von Fritz Winter, Hans Jaenisch und Georg Meistermann, drei Künstler der klassischen Moderne, deren malerische Position sich zwischen Realität und Abstraktion manifestiert.

Ein Großteil der Gemälde, Grafiken, Skizzen und Skulpturen stammt aus den Beständen des Hauses und war bereits zu sehen, etwa in der Jaenisch-Schau. Auch Winters Feldskizzen und viele großformatige Bilder sind bekannt. Meistermann dagegen bietet Überraschendes.

Jedem Künstler ist ein eigener Raum gewidmet. So kann sich das Werk von Winter (1905–1976) in dem größten der Ausstellungsräume entfalten. Eine abstrakte Komposition mit blauen und grünen Dreiecken wird von den beiden länglichen, dunklen Ölgemälden „Totem“ und „Großes Zeichen“ (beide 1932) flankiert. So eingerahmt bekommt die farbfröhliche Abstraktion etwas Ernstes, Feierliches. Die ovalen „Totem“-Zeichen sind streng in Schwarz und Grau gehalten, mit senkrechten Linien fügen sie sich zu einer mönchsähnlichen Figur. Das „Große Zeichen“ dagegen zeigt ein Musikinstrument, das in filigranen Goldlinien aus dem Schwarz leuchtet.

In kühler Eleganz bestechen die Bilder von Jaenisch (1907–1989). Ähnlich wie Winter bezieht sich sein Werk meist auf Themen der Natur. Tierfiguren wie die zu filigranen Zeichen reduzierten Vögel oder Pferde tauchen zwischen grauen Farbflächen auf. Der Künstler, der in seinen letzten 25 Jahren auf Amrum lebte, ließ sich von der Meereslandschaft inspirieren, Segelboote werden zu akkuraten, fast mathematisch abgezirkelten Formen, die Farbschattierungen sind nordseekühl. Auch die sakrale Arbeit „Drei Kreuze“ (1952) ist in silbrigem Graublau gemalt. Einzelne rot-violette Kästchen strahlen wie Edelsteine, ein rötlicher Ball löst sich in Rosa auf und wirkt wie Abendleuchten.

Ebenso kraftvoll das Werk Meistermanns (1911–1990), der über 1000 Glasarbeiten an mehr als 250 Orten Europas schuf. Mit der fast 300 Quadratmeter großen Glaswand der Bottroper Heilig-Kreuz-Kirche fertigte er 1957 die erste abstrakte Gestaltung im sakralen Raum in Deutschland. In Ahlen zu sehen ist beispielsweise seine farbintensive Entwurfsskizze „Brennender Dornenbusch“ aus den fünfziger Jahren. Die puzzleartigen Farbflächen splittern sich in Rechtecke und organisch geschwungene Formen, in den hellgrauen Flächen lassen sich römische Zahlen erkennen. Überaus schwungvoll spielt die Arbeit „Für Willy Brand“ (o.J.) mit den Farben der deutschen Flagge. Hier breitet das Gold seine Arme aus und flattert davon.

Eröffnung Samstag, 15 Uhr

Bis 31.8., di, mi, sa 15 – 18 Uhr, so 11 – 18 Uhr

Tel. 02382/ 61582

www.fritz-winter-haus.de

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare