Fotos und Mobiles: Was NRW-Museen 2013 planen

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Lucas Cranachs Gemälde „Kurtisane und Greis“ ist in Wuppertal zu sehen. ▪

Von Ralf Stiftel ▪ HAMM–2012 war ein gutes Kunstjahr, nicht nur wegen der documenta, die in Kassel erneut für einen Besucherrekord sorgte. Auch in NRW gab es publikumsträchtige Großausstellungen: Den „Farbenrausch“ in Essen und „1912“ in Köln, Rubens in Wuppertal und Chagall in Münster. Das neue Jahr wird weniger bieten, schon weil zwei Häuser wegen Umbau geschlossen sind, das Westfälische Landesmuseum in Münster und das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm, aber auch wegen der Finanznot der Städte. Ganz kunstlos aber wird 2013 nicht, besonders Freunde der Skulptur und der Fotografie kommen auf ihre Kosten.

In Münster bleibt das Picasso-Museum ein Ort für die Meister der klassischen Moderne. Ab dem 26.1. zeigt das Haus einen Zyklus mit 57 späten Stierkampf-Zeichnungen aus dem Musée Reattu in Arles. Das grafische Werk des Impressionisten Camille Pissarro steht im Herbst auf dem Programm (7.9.–17.11.). Das Museum für Naturkunde widmet sich dem Ursprung der Schönheit bei Tier und Mensch in der Ausstellung „Sex und Evolution“ (ab Oktober).

Der Kreis Unna pflegt seine Ausstellungsorte: Auf Schloss Cappenberg wird der italienische Bildhauer Raimondo Puccinelli (1904– 1986) mit rund 100 Bronzen vorgestellt (21.4.–21.7.). Und im Herbst hat der Hammer Maler Otmar Alt seinen Auftritt mit ganz aktuellen Arbeiten aus den letzten anderthalb Jahren (ab 24.11.). Haus Opherdicke zeigt im Frühjahr den rheinischen Expressionisten Hans Thuar. Die Schau „Im Garten der Kunst“ ist eine erweiterte Übernahme vom Bonner Macke-Haus.

In Paderborn klappt es doch noch mit einem großen Projekt, der Ausstellung „Credo“ im Diözesanmuseum und dem Museum in der Kaiserpfalz. Mit hochkarätigen Leihgaben aus ganz Europa wird an den Beginn der Christianisierung Europas in der Mailänder Vereinbarung von 313 zwischen Kaiser Konstantin und Licinius erinnert (26.7.–3.11.)

Fromm geht es auch oft im Landesmuseum für Klosterkultur in Dalheim zu. Die Ausstellung „Heiter bis göttlich“ widmet sich der klösterlichen Spielkultur, wobei nicht nur Ball-, Brett- und Glücksspiele behandelt werden, sondern auch das Schau-Spiel der Liturgie (1.6.–3.11.).

An einen unbekannten Helden erinnert das Museum Ostwall im Dortmunder U: Hans Breder, 1935 in Herford geboren, ist ein Video- und Fotokünstler in Iowa. Sein grenzüberschreitendes Werk würdigt die Schau „Kollisionsfelder“ (1.2.–1.4.). Die Stadt und die Urbanität stellt eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung der Deutschen Bank in den Mittelpunkt. Zu sehen sind Werke bekannter Künstler wie Feininger, Kirchner, Bernd und Hilla Becher, Gerhard Richter und anderen (20.4.–4.8.).

Die Kunsthalle Bielefeld bietet ebenso anspruchsvolle wie attraktive Kost in der Ausstellung „Schönheit und Geheimnis“ zum deutschen Symbolismus (24.3.–7.7.). Mit Arbeiten von Böcklin, von Marées, Klinger, Corinth wird eine neu zu entdeckende Epoche vorgestellt. Kunst und Textil wird in der Schau „To Open Eyes“ thematisiert mit Teppichen, Wandbehängen und Stoffentwürfen von Bauhauskünstlern, aber auch Vertretern der Moderne wie Polke, Blinky Palermo und Olaf Nicolai.

Ungewöhnliches wagt das Museum Marta in Herford. Hier präsentieren die Aktionskünstler Eva und Adele, stets gleich gekleidet und mit kahlem Kopf, in der Schau „Obsidian“ ihre andere, „schwarze“ Seite (10.3.–26.5.).

Das Museum Folkwang in Essen bietet keine Expressionisten, aber erinnert an den großen Fotografen Erwin Blumenfeld, der aus Berlin nach New York emigrierte und dort für Vogue, Harper‘s Bazaar und andere arbeitete (2.3.–5.5.). Im Sommer folgt eine große Ausstellung mit zeitgenössischer Malerei (1.–28.6.), und im Herbst wird der Bildhauer Thomas Schütte vorgestellt (ab 21.9.).

Das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal glänzt wieder mit alten Meistern: Das Haus stellt die Sammlung Gigoux aus Besancon vor, Malerei von Cranach, Dürer, Tizian, Rubens und anderen, die der französische Maler Jean Gigoux im 19. Jahrhundert zusammentrug (ab 15.10.).

Einen Klassiker der Skulptur stellt die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf vor: Der amerikanische Bildhauer Alexander Calder brachte mit Mobiles die Skulptur in Bewegung (ab 7.9. im K20). Das Museum Kunstpalast stellt einen Außenseiter der deutschen Nachkriegsmalerei vor, Konrad Klapheck mit seinen gegenständlichen Bildern von Alltagsobjekten (28.4.–4.8.).

In Köln präsentiert das Museum Ludwig eine Neuerwerbung: Die Sammlung L. Fritz Gruber zu Man Ray, einem der wichtigsten Fotokünstler des 20. Jahrhunderts (31.1.–5.5.). Außerdem widmet sich das Haus dem US-Grafiker Saul Steinberg, der 1958 zur Weltausstellung in Brüssel die Wandarbeit „The Americans“ schuf. Die ironischen, monumentalen Tafeln sind sind erstmals wieder zu sehen (23.3.–23.6.). Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum nimmt eins der wichtigsten Gemälde seiner Sammlung, Stefan Lochners „Muttergottes in der Rosenlaube“, zum Anlass für eine spannende Forschungsausstellung, die „Die Geheimnisse der Maler Kölns um 1400“ verrät (ab 20.9.).

Die Bundeskunsthalle in Bonn stellt eine Herrscherin in den Fokus: Die Ausstellung „Kleopatra“ untersucht das Nachleben der „ewigen Diva“ von der Antike bis in die Popkultur (28.6.–6.10.).

Quelle: wa.de

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