MC Fitti veröffentlicht sein erstes Album „#Geilon“

+
Er ist bunt und sorgt mit seinen spaßigen Texten für gute Laune: Rapper MC Fitti.

Von Laura Schwabbauer Er ist so bunt wie die Atzen oder Deichkind, klingt wie eine Mischung aus Sido, Kraftklub und Cro und thematisiert Facebook, Chatsprache und die Kommunikationsform Whatsapp. Mit diesem Mix erreichte der Berliner Rapper MC Fitti große Klickzahlen im Internetportal Youtube. Sein Video zu der Single „30 Grad“ hat es zu über zwei Millionen Klicks gebracht. Nun legt er mit seinem ersten Album „#Geilon“ nach.

16 Songs sind auf dem Album, darunter MC Fittis Youtube-Erfolg „30 Grad“, ein Sommerhit mit einem Text, der zum Schmunzeln anregt: „30 Grad – Flamingos und Flipper, Sonnenbrille auf und rein in die Slipper.“ Seine Reime sind zwar nicht wie die von Goethe oder Schiller, dafür sehr eingängig, lustig und leicht. MC Fitti setzt auf deutsche Texte, paart sie mit Szenesprache und Chatbegriffen. So sind der Albumtitel und die gleichnamige Single „#Geilon“ sowie der Track „Roflcopter“ Anspielungen auf die Kommunikation zu Zeiten von Instagram, Whatsapp, Facebook und Twitter. MC Fitti ist ein Social-Media-Phänomen, seine Videos kursieren in den sozialen Netzwerken, seine Wortschöpfungen wie „#geilon“ sind in die Chatsprache übergegangen. Darauf nimmt MC Fitti Bezug, thematisiert phasenweise aber auch seine Heimatstadt Berlin. Im Intro erklingen U-Bahn-Töne, „Penn in der Bahn“ beschreibt das morgendliche Großstadtleben.

Dazwischen tauchen wiederholt Begriffe wie „Party“, „Glitzer“ und „Konfetti“ auf und verdeutlichen die Spaß-Orientierung der Musik des Berliner Rappers. Denn nach Party und Konfetti klingt sein Album: Viel Bass, elektronischer Beat, gerappte Strophen, eingängige Vocal-Refrains und ein Rhythmus, der zum coolen Kopfnicken animiert.

Bei dem Song „Schöne Mädchen“ zeigt sich MC Fittis musikalische Nähe zu Rapper Cro, für „It boys“ hat er mit Felix Brummer, dem Sänger der Chemnitzer Band Kraftklub, zusammengearbeitet.

„Grüne Welle“ erinnert mit Synthesizer-Beats und relaxtem Sound sogar ein bisschen an die 90er. Auch hier hat sich MC Fitti Unterstützung gesucht: Bloggerin Bonnie Strange übernimmt den Refrain und singt fast wie damals Blümchen: „Mein Herz macht Boom Boom“.

Die Musik scheint nicht ganz ernst gemeint, kommt vor lauter lockerer Luftigkeit nicht sonderlich tiefgründig daher, sondern fröhlich und sommerlich. Viele Stücke klingen ähnlich, der Beat wiederholt sich, doch das ist für einen Spaßrapper wie MC Fitti kein Problem und vor allem nicht sein Anspruch. Er selbst sagt: „Ich sehe das als Kunst, die Spaß macht.“

Das transportiert seine Musik, alle Stücke auf dem Album haben Ohrwurm-Potenzial. Vielleicht ist das der Schlüssel zu MC Fittis Erfolg im Internet, er nimmt alles erstaunlich leicht: „Einfach machen, ist meine Devise“, sagt er und beschreibt die Arbeit mit seinem Produzenten ähnlich simpel: „Ich habe einfach ein paar Quatschwörter aufgenommen.“ Wenn doch alles immer so einfach wäre...

Album „#Geilon“ ab heute bei Styleheads Music. MC Fitti geht ab Oktober auf Tounee.

Zur Person:

Über sich selbst verrät Rapper MC Fitti aus Berlin-Friedrichshain nur wenig. Er versteckt sein Gesicht hinter einer großen Sonnenbrille, seinem langen, roten Bart und einer Baseballmütze. Er wuchs in Braunschweig auf und absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker, arbeitete als Kulissenbauer, und so zog es ihn schließlich nach Berlin. Hier wurde er bei bekannten Filmproduktionen wie „Das Leben der Anderen“ eingesetzt. Nebenbei widmete er sich aber immer wieder der bildenden Kunst, schnitt kurze Filme und malte Graffitis. Sein erstes Lied schrieb er über die Arbeitsagentur. Schon bald entstanden mit dem Berliner Produzenten Udo Zwackel weitere Songs. 2012 erlangte er mit dem Sommerhit „30 Grad“ mehr Aufmerksamkeit und schaffte seinen Durchbruch im Internet.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare